SINNSÄTZE

des großen Themenbereichs

WAHRHEIT - WISSEN - WIRKLICHKEIT.


...Alles Große und Edle ist von einfacher Art.
...Auch dem Sklavenhalter war es einst ‚undenkbar‘, ohne seine Sklaven leben zu müssen, ohne sie leben zu können, ohne sie leben zu dürfen…
...Der Verstand muß mit Vernunft das Wesen der Dinge so aufzeigen und durch Wiederholung einprägen, daß der Mensch befähigt werde, zum Besten der Natur und des menschlichen Gemeinwesens zu handeln.
...Die tiefste Tiefe des Wissens ist Schweigen.
...Die Wahrheit auszudrücken fehlen mir Raum und Muße. Gegeben ist diese Fähigkeit allen!
...Es gibt nichts, was nicht auch sein Gegenteil beinhaltet. Das ‚Sowohl-als-auch‘ ist die ‚eindeutigste‘ Form, das trennende Denken zu überwinden. Die ‚Wahrheit‘ hat wenigstens zwei - oder unendlich viele Seiten.
...Freiheit erleuchtet die Welt.
...Ich unterscheide zwei Arten Mensch: Die einen haben existentielle Erfahrungen gemacht, den anderen fehlt diese Dimension des Seins. Existentielle Erfahrungen nenne ich solche, die den Menschen mit der eigenen Hilflosigkeit, Abhängigkeit, Verletzlichkeit und Sterblichkeit konfrontieren. Nur in Begegnung mit diesen erschütternden Lebenseinbrüchen, am eigenen Leibe erfahren, öffnet sich dem Menschen ein schmaler Blick hinter die Kulissen seiner Illusionen. Mit solchen Menschen bin ich sofort auf das Wesentliche hin verbunden. Ich empfange den Widerklang meiner selbst dort am stärksten, wo der nackte Mensch sich offenbart, wo er sein verletzbares widersprüchliches Wesen mit all seinen urmenschlichen Empfindungen preisgibt und mir durch diese Unmittelbarkeit Zugang zu einer höheren Wahrheit gewährt: der Einheit dieses Wesens mit mir selbst.
...Ich ziehe eine klare und harte Ansicht der Dinge jeder romantischen Beschönigung vor.
...Keine Lüge besteht vor der Geschichte.
...Man sieht, was man sehen will - weil man weiß, was man sehen soll.
...Mögen wir in uns selber eine Wirklichkeit erschaffen, die uns hilft, an den TRAUM zu glauben, an die eigenen unbegrenzten Entfaltungsmöglichkeiten, an den heiligen Teil in uns – und ihn zum Leben zu erwecken.
...Nichts ist stärker als die Wahrheit. Wer sich an sie hält, den belohnt sie mit Wahrheit: dem Einfallen/Erkennen des Wunders in der Wahrheit…
...Ohne Freude am Erkennen gibt es kein Erkennen.
...Und sei die Weisheit noch so treffend, nie kann sie ganz von der Anstrengung befreien, die es kostet, das physische Leben zu erhalten.
...Wahrheit wächst wie ein Baum erst auf dem Boden der Gerechtigkeit.
Altenberg, Peter (1859-1919), österreichischer Schriftsteller und Kulturkritiker, in: Prodomos: „Unwissen ist die einzige Tragödie des Daseins. Es gibt keine andere. Wenn jeder wüsste, was er zu wissen hätte, wäre die Welt erlöst!“
Arabisches Sprichwort: „Wer nichts weiß und nicht weiß, dass er nichts weiß, ist ein Narr. - Scheue ihn./ Wer nichts weiß und weiß, dass er nichts weiß, ist ein Kind. - Lehre ihn./ Wer weiß und nicht weiß, dass er weiß, schläft. - Wecke ihn./ Wer weiß und weiß, dass er weiß, ist ein Weiser. - Folge ihm.“
Aristoteles (384-322 v. Chr.), griechischer Philosoph, Schüler Platons, in Metaphysik III: „Wer recht erkennen will, muss zuvor in richtiger Weise gezweifelt haben.“
Aristoteles (384-322 v. Chr.), griechischer Philosoph, Schüler Platons: „Der Beginn aller Wissenschaften ist das Erstaunen, dass die Dinge sind, wie sie sind.“
Arndt, Ernst Moritz (1769-1860), deutscher Schriftsteller, Historiker, Freiheitskämpfer und Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung, in: Erinnerungsblätter 82: „Träume sind nicht Taten./ Ohne Arbeit wird dir nichts geraten.“
Arndt, Hans (1911-1995), deutscher Schriftsteller und Journalist aus Bremen, schrieb Aphorismen und Novellen: „Der Idealismus der Jugend ermöglicht die Weisheit des Alters.“
AT, Kohelet, Der Prediger Salomo, 1, 12-18: Auch das Streben nach Weisheit ist eitel: „Ich, der Prediger, war König über Israel zu Jerusalem/ und richtete mein Herz darauf, die Weisheit zu suchen und zu erforschen bei allem, was man unter dem Himmel tut. Solch unselige Mühe hat Gott den Menschenkindern gegeben, dass sie sich damit quälen sollen./ Ich sah an alles Tun, das unter der Sonne geschieht, und siehe, es war alles eitel und Haschen nach Wind./ Krumm kann nicht gerade werden, noch, was fehlt, gezählt werden./ Ich sprach in meinem Herzen: Siehe ich bin herrlich geworden und habe mehr Weisheit als alle, die vor mir gewesen sind zu Jerusalem, und mein Herz hat viel gelernt und erfahren./ Und ich richtete meine Herz darauf, dass ich lernte Weisheit und erkennte Tollheit und Torheit. Ich ward aber gewahr, dass auch dies ein Haschen nach Wind ist./ Denn, wo viel Weisheit ist, da ist viel Grämen, und wer viel lernt, der muss viel leiden.“
Aurel, Marc (Marcus Aurelius Antonius, 121-180), römischer Kaiser und Philosoph, in: Selbstbetrachtungen: „Jenes eilt ins Dasein, dieses aus dem Dasein, und von dem, was im Werden begriffen ist, ist manches bereits wieder verschwunden. Eine unaufhörliche Flut von Veränderungen erneuert stets die Welt, so wie der ununterbrochene Lauf der Zeit uns immer wieder eine neue unbegrenzte Dauer in Aussicht stellt. Wer möchte nun in diesem Strome, wo man keinen festen Fuß fassen kann, irgendeines von den vorübereilenden Dingen besonders wertschätzen? Das wäre gerade so, als wenn sich jemand in einen vorüberfliegenden Sperling verlieben wollte, der ihm in einem Augenblick wieder aus den Augen entschwunden ist. Ist doch selbst jegliches Menschenleben von ähnlicher Art nichts anderes als das Aufdampfen von Blut und das Einatmen von Luft.“
Aus Abessinien: „Die Weisheit, die im Herzen eingeschlossen ist, gleicht dem Licht in einem Kruge.“
Aus Angola: „Dem Klugen braucht man nur den Anfang zu sagen. Das Ende weiß er selber.“
Aus Arabien: „Den Narren erkennst Du an sechs Zeichen: Furcht ohne Grund, Rede ohne Nutzen, Wechsel ohne Fortschritt, Frage ohne Ziel, Vertrauen zu Fremden und Freundschaft mit seinem Feind.“
Aus Arabien: „Der Mensch lernt nur auf eigene Kosten.“
Aus Aserbaidschan: „Während der Kluge nachdenkt, zeugt der Dumme unbekümmert einen Sohn.“
Aus China: „Essen vertreibt den Hunger, Lernen vertreibt die Dummheit.“
Aus China: „Je klarer das Wasser, desto weniger Fische. Je klüger ein Mensch, desto weniger Weisheit.“
Aus China: „Träume entspringen wachen Gedanken.“
Aus einem Film: „Manipulation und falsche Information ... um uns für Wahrheit und Schönheit blind zu machen.“
Aus Holland: „Eines weisen Mannes Ernte währt das ganze Jahr.“
Aus Japan: „Auf dem Haupte der Ehrlichkeit hausen die Götter.“
Aus Litauen: „Mit fremdem Verstande wirst du nicht weit reiten.“
Aus Somalia: „Über alles, was du siehst, denke nach.“
Aus Spanien: „Weil er dachte und weil er meinte ist er zu Madrid am Galgen gestorben.“
Aus Vietnam: „Mit jedem Tag des Lebens kommt ein Stück Weisheit hinzu.“
AutorIn unbekannt: „Alle sagten: >Das geht nicht.< Dann kam einer, der wusste das nicht - und hat’s einfach gemacht!“
AutorIn unbekannt: „Die Differenz zweier Erfahrungen – und Ab-Sichten (!) – läßt sich nicht diskutieren.“
AutorIn unbekannt: „Die Wahrheit ist eine Tochter der Zeit.“
AutorIn unbekannt: „Eine Lüge schleppt zehn andere nach.“
AutorIn unbekannt: „Nichts ist so fein gesponnen, alles kommt ans Licht der Sonnen.“
AutorIn unbekannt: „Ohne Wahrheit kein Frieden.“
AutorIn unbekannt: „Willst du die Weisheit dir erjagen,/ lerne Wahrheit erst ertragen.“
AutorIn unbekannt: „Wo du hörest hohe Schwüre, / Steht die Lüge vor der Tür.“
Baba, Sathya Sai (Sathya Narayana Raju Ratnakaram, 1926-2011), indischer Guru: „Weise ist der Mensch, der einen klaren und scharfen Verstand bewahrt und die Dinge so sieht, wie sie wirklich sind. Er hört auf den Ratschlag: Das Leben ist eine Herausforderung; begegne ihr. Das Leben ist Liebe, lebe sie. Leben ist ein Traum, erkenne das. Das Leben ist ein Spiel, spiele es! So schreitet der Pilger wahrhaft voran. So geht der Löwe durch den Wald - furchtlos, beherrscht und siegreich.“
Bacon, Francis (1561-1626), englischer Philosoph, Staatsmann, Wegbereiter des Empirismus, in: Religiöse Betrachtungen: „Wissen ist Macht.“
Bacon, Francis (1561-1626), englischer Philosoph, Staatsmann und als Wissenschaftler Wegbereiter der Empirismus, in: Aphorismen von der Auslegung der Natur und der Herrschaft des Menschen: „Der Mensch, der Diener und Ausleger der Natur, wirkt und weiß so viel, als er von der Ordnung der Natur durch Versuche oder durch Beobachtung bemerkt hat; weiter weiß und vermag er nichts.“
Bahr, Hermann Anastas (1863-1934), österreichischer Schriftsteller, Dramatiker, Theater- und Literaturkritiker, in: Dialog vom Tragischen: „Das Ich ist unrettbar. Die Vernunft hat die alten Götter umgestürzt und unsere Erde entthront. Nun droht sie, auch uns zu vernichten. Da werden wir erkennen, dass das Element unseres Lebens nicht die Wahrheit ist, sondern die Illusion. Für mich gilt nicht, was wahr ist, sondern was ich brauche, und so geht die Sonne dennoch auf, die Erde ist wirklich, und ich bin ich.“
Ball, Hugo (1886-1927), deutscher Autor und Biograf, Mitbegründer der Dada-Bewegung, in: Die Flucht aus der Zeit: „Was man gemeinhin Wirklichkeit nennt, ist, exakt gesprochen, ein aufgebauschtes Nichts. Die Hand, die zugreift, zerfällt in Atome; das Auge, das sehen will, löst sich in Dunst auf. Wie könnte das Herz sich behaupten, wenn es die Tatsachen gelten ließe? Wer eine Neigung hätte, auf Tatsachen zu insistieren, der müsste gar bald die Erfahrung machen, dass er noch weniger als ein Nichts, nur Schatten des Nichts und Befleckung durch diese Schatten gesammelt hat.“
Bantuweisheit: „Du siehst es an den Schösslingen, ob die Mutterpflanze gut ist.“
Barca, Pedro Calderón de la (1600-681), spanischer Dichter, in: Das Leben ein Traum: „Denn in den Räumen/ Dieser Wunderwelt ist eben/ Nur ein Traum das ganze Leben;/ Und der Mensch (das seh ich nun)/ Träumt sein ganzes Sein und Tun,/ Bis zuletzt die Träum’ entschweben.“
Ben-Gurion, David (1886-1973), erster Premierminister Israels und Mitbegründer der sozialdemokratischen Arbeiterpartei Israels: „Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist.“
Benesch, Friedrich (1907-1991), deutscher Naturwissenschaftler, Priester, Anthroposoph und Schriftsteller: „Denn die wirkliche Wahrheit/ ist nicht die Wahrheit,/ sondern der überwundene Irrtum./ Und die wahre Wirklichkeit/ ist nicht die Wirklichkeit,/ sondern die überwundene Illusion./ Und die wirkliche Reinheit/ ist nicht die ursprüngliche Reinheit,/ sondern die überwundene Unreinheit./ Und das wahrhaftige Gute/ ist nicht das ursprünglich Gute, sondern das überwundene Böse.“
Bergengruen, Werner Max Oskar Paul (1892-1964), deutsch-baltischer Schriftsteller: „Immer am lautesten hat sich der Unversuchte entrüstet,/ immer der Ungeprüfte mit seiner Stärke gebrüstet,/ immer der Ungestoßene gerühmt, dass er niemals gefallen.“
Berkeley, George (1685-1753), anglikanischer Theologe, Sensualist und Philosoph der Aufklärung, in: Abhandlungen über die Principien der menschlichen Erkenntnis: „Erwägt man die großen Mühen, den Fleiß und die Fähigkeiten, welche so manche Menschenalter hindurch auf die Pflege und Förderung der Wissenschaften verwendet worden sind, erwägt man, dass trotz alledem der weitaus größere Teil derselben voll Dunkelheit und Ungewissheit und voll von Streitigkeiten, die nie enden zu sollen scheinen, geblieben ist, und dass selbst diejenigen Wissenschaften, die für gestützt auf die klarsten und zwingendsten Beweise gelten, seltsame Behauptungen enthalten, die dem Verständnis der Menschen völlig unzugänglich sind, und dass, alles zusammengefasst, nur ein geringer Teil derselben der Menschheit einen wirklichen Nutzen anderer Art gewährt, als den einer unschuldigen Zerstreuung und Ergetzung; erwägt man, sage ich, dies alles, so kann man leicht zur Hoffnungslosigkeit und völligen Verachtung alles Studiums gelangen.“
Bloch, Ernst (1885-1977), deutscher marxistischer Philosoph: „Die Sehnsucht scheint mir die einzige ehrliche Eigenschaft des Menschen.“
Bloch, Ernst (1885-1977), deutscher marxistischer Philosoph: „Und doch ist der Anfang von etwas seit je dazu geeignet, zu verführen wie nichts sonst. Er ist das Versprechen schlechthin und der Trost gegen das Abgestandene, dass es nicht bleiben muss.“
Bloch, Ernst (1885-1977), deutscher marxistischer Philosoph: „Weisheit besteht darin, zur richtigen Zeit auf Vollkommenheit zu verzichten.“
Blumenthal, Oscar (auch: Oskar Blumenthal, 1852-1917), deutscher Schriftsteller, Kritiker und Bühnendichter, Schachkomponist, Gründer des Berliner Lessingtheaters: „Wenn Unglück durch die Welt gewittert/ und in den Tiefen uns erschüttert -/ dem Pessimisten bleibt die Freude:/ Es fügt sich in sein Lehrgebäude.“
Boccaccio, Giovanni (1313-1375), italienischer Dichter und Schriftsteller des Renaissancehumanismus (vgl.: „Decamerone“): „Alle Dinge, die über Maß und Ziel gehen, sind von kurzer Dauer.“
Bodenstedt, Friedrich Martin von (1819-1892), deutscher Schriftsteller und Übersetzer aus dem Russischen, Englischen und orientalischen Sprachen, in: Die Lieder des Mirza Schaffy, 3, 56: „Die Weisheit gibt der Anmut Stärke, / die Anmut gibt der Weisheit Glanz.“
Bodenstedt, Friedrich Martin von (1819-1892), deutscher Schriftsteller und Übersetzer aus dem Russischen, Englischen und orientalischen Sprachen, in: Lieder des Mirza Schaffy: „Höre, was der Volksmund spricht:/ Wer die Wahrheit liebt, der muss/ schon sein Pferd am Zügel haben,/ wird die Wahrheit denkt, der muss/ schon den Fuß im Bügel haben,/ wer die Wahrheit spricht, der muss/ statt der Arme Flügel haben./ Und doch singt Mirza Schaffy:/ Wer da lügt muss Prügel haben.“
Bodenstedt, Friedrich Martin von (1819-1892), deutscher Schriftsteller und Übersetzer aus dem Russischen, Englischen und orientalischen Sprachen: „Magst du die Lüge noch so gut / in das Gewand der Wahrheit kleiden, / der Dümmste ist nicht dumm genug, / um beide nicht zu unterschieden.“
Bohm, David Joseph (1917-1992), US-amerikanischer Quantenphysiker und Philosoph: „Innerhalb der Quantenmechanik ist es von zentraler Bedeutung, daß man bei der Beschreibung von der Vorstellung abgeht, die Welt bestehe aus vergleichsweise autonomen Teilen, die jedes für sich existieren, aber miteinander zusammenwirken. Stattdessen muß jetzt das Hauptgewicht auf eine ungeteilte Ganzheit gelegt werden, bei der das beobachtende Instrument nicht mehr von dem getrennt ist, was beobachtet wird. ... Heute besteht ein großes Maß an Übereinstimmung, ... daß der Strom unserer Erkenntnis sich in Richtung einer nicht-mechanistischen Wirklichkeit bewegt: das Universum beginnt mehr wie ein großer Gedanke denn wie eine große Maschine auszusehen.“
Boller, Ralph (1900-1966), Schweizer Schriftsteller und Aphoristiker: „Tabus sind Dinge, über die man nicht spricht, weil ohnehin alle daran denken.“
Bonsels, Jakob Ernst Waldemar (1880-1952), in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts einer der bekanntesten und meistgelesenen deutschen Schriftsteller; sein in 40 Sprachen übersetztes Buch „Die Biene Maja und ihre Abenteuer“ machte ihn weltberühmt, in: Runen und Wahrzeichen: „Für die Weisheit gibt es keinen Tag. Sie steht immer im Morgenrot des Kommenden.“
Borchert, Wolfgang (1921-1947), deutscher Schriftsteller, bekanntester Vertreter der ‚Trümmerliteratur‘: „Wer will heute etwas von der Wahrheit wissen?“
Brecht, Bertolt (Eugen Berthold Friedrich Brecht, 1898-1956), deutscher Dramatiker und Lyriker, Begründer des epischen bzw. dialektischen Theaters, das durch Verfremdung bzw. Kommentierung Distanz und Reflexion ermöglicht und verstärkt, in seinen Anmerkungen zu Oper „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“, 1938: „Wirklicher Fortschritt ist nicht Fortgeschrittensein, sondern Fortschreiten. Wirklicher Fortschritt ist, was Fortschreiten ermöglicht oder erzwingt. Und zwar in breiter Front die angeschlossenen Kategorien mitbewegend. Wirklicher Fortschritt hat als Ursache die Unhaltbarkeit eines wirklichen Zustandes und als Folge seine Veränderung.“
Brecht, Bertolt (Eugen Berthold Friedrich Brecht, 1898-1956), deutscher Dramatiker und Lyriker, Begründer des epischen bzw. dialektischen Theaters, das durch Verfremdung bzw. Kommentierung Distanz und Reflexion ermöglicht und verstärkt: „Dem Erschlagenen entstellt der Schläger die Züge./ Aus der Welt geht der Schwächere, und zurück bleibt die Lüge.“
Brecht, Bertolt (Eugen Berthold Friedrich Brecht, 1898-1956), deutscher Dramatiker und Lyriker, Begründer des epischen bzw. dialektischen Theaters, das durch Verfremdung bzw. Kommentierung Distanz und Reflexion ermöglicht und verstärkt: „Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher.“
Brudzinsky, Wieslaw (1920-1996), polnischer Aphoristiker, Satiriker, Schriftsteller: „Wo du sicher bist, setz’ Fragezeichen!“
Buckle, Henry Thomas (1821-1862), englischer Historiker, in: Geschichte der Zivilisation 20: „Ein Irrtum bekämpft den anderen; jeder bekämpft seinen Widersacher und die Wahrheit springt hervor.“
Buckle, Henry Thomas (1821-1862), englischer Historiker: „Das einzige Mittel gegen den Aberglauben ist Wissenschaft.“
Buckle, Henry Thomas (1821-1862), englischer Historiker: „Immer und immer wieder hört man von den Übeln des Reichtumes und von der sündlichen Liebe zum Gelde, und doch hat sicherlich nächst dem Wissenstriebe keine andere Leidenschaft der Menschheit so viel Gutes getan.“
Buddha (= wörtlich: ‚der Erwachte‘, eigentlich: Siddhartha Gautama, 563-483 v. Chr.), Religionsstifter des Buddhismust: „Wenn deine Einsicht meiner Lehre widerspricht, so sollst du deiner Einsicht folgen.“
Burke, Edmund (1729-1797), irisch-britischer Schriftsteller, Staatsphilosoph und Politiker in der Zeit der Aufklärung und geistiger Vater des Konservativismus: „Tatsachen sind für den Geist, was Nahrung für den Körper ist.“
Butenandt, Adolf Friedrich Johann (1903-1995), deutscher Biochemiker und Hochschullehrer, Nobelpreis für Chemie 1939: „Wissenschaftler sind Beamte, die abends um sechs Uhr ihre Probleme vergessen können. Forscher können das nicht.“
Butler, Samuel (1835-1902), englischer Schriftsteller: „Der vernünftige Mensch passt sich der Welt an, aber der unvernünftige versucht die Welt an sich anzupassen. Also hängt jeder Fortschritt von dem unvernünftigen Menschen ab.“
Börne, Carl Ludwig (Löb Baruch, 1786-1837), deutscher Journalist, Literatur- und Theaterkritiker, gilt als Wegbereiter des Feuilletons, in: Fragmente und Aphorismen: „Alle Narrheit erschöpfen - so gelangt man zum Boden der Weisheit.“
Camus, Albert (1913-1960), französischer Schriftsteller und Philosoph, gilt als einer der bedeutendsten Autoren des 20. Jahrhunderts, erhielt 1957 den Literaturnobelpreis, in seinen Tagebüchern, Band I, S. 60: „Es herrscht das Absurde. Und die Liebe errettet davor.“
Canetti, Elias (1905-1994), Schriftsteller und Aphoristiker deutscher Sprache, Literaturnobelpreis 1981: „Alles, was man vergessen hat, schreit im Traum um Hilfe.“
Chamfort, Nicolas (Sébastien-Roch Chamfort, 1741-1794), französischer Schriftsteller in der Zeit der Aufklärung und der Französischen Revolution, in: Maximen I: „ Die Natur hat Illusionen den Weisen wie den Narren mitgegeben, damit die Weisen nicht zu unglücklich würden durch ihre Weisheit.“
Chaplin, Charlie (Sir Charles Spencer Chaplin, 1889-1977), britischer Komiker, Schauspieler, Regisseur, Drehbuchautor, Komponist, Schnittmeister, Filmproduzent: „Letztlich ist alles Spaß.“
Chesterfield, Philip Dormer Stanhope Graf von (4. Earl of Chesterfield, 1694-1773), britischer Staatsmann und Schriftsteller, Briefe an seinen Sohn, 04.10.1746: „Der Umgang mit Unwissenden ist kein Umgang und verschafft auch ihnen kein Vergnügen.“
Chinesische Weisheit: „Wenn die Katze weg ist, bildet sich die Maus ein, sie wäre ein Tiger.“
Chopra, Deepak (*1946), indischer Arzt, Internist, Endokrinologe, Fachbuchautor mehrerer Bücher über alternative Medizin, in seinem Bestseller von 1989 „Die heilende Kraft“: „ ...Der berühmte Neurologe Sir John Eccles bringt das sehr deutlich zum Ausdruck. Er schreibt: >Ich möchte, dass Sie begreifen, dass es in der Natur keine Farben gibt und auch keine Klänge - nichts davon. Auch keine Struktur, kein Muster, keine Schönheit, keinen Duft.< Mit anderen Worten: Nichts ist im Universum so wichtig wie unsere Beteiligung daran. ... Die alten Rishis wussten dies. Ein Vers aus dem Veda lautet: >Was du siehst, das wirst du.< Mit anderen Worten: Die bloße Wahrnehmung der Welt macht uns zu dem, was wir sind.“
Cicero, Marcus Tullius (106-43 v. Chr.), römischer Politiker, Anwalt, Schriftsteller und Philosoph, dessen Werk bedeutendsten Einfluss auf das Denken der christlichen Spätantike hatte, in: Die natura deorum: „Die Autorität des Lehrers schadet oft denen, die lernen wollen.“
Clair, René (René Lucian Chomette, 1898-1981), französischer Regisseur und Schriftsteller: „Wirklich reich sind nur die Leute, die mit der Zeit nicht sparen müssen.“
Cäsar, Gaius Julius (100-44 v. Chr.), römischer Staatsmann, Feldherr und Autor: „Die Menschen glauben fest an das, was sie wünschen.“
Delacroix, Eugène (Ferdinand Viktor Eugène Delacroix, 1798-1863), einer der bedeutendsten französischen Maler, gilt als Wegbereiter des Impressionismus, in seinem Tagebuch 1850: „Es wäre interessant, alles Falsche aufzuzählen, aus dem sich das Wahre zusammensetzen kann.“
Demokrit (460/459 v. Chr. - 370 v. Chr.), antiker griechischer Philosoph, gehört zu den Vorsokratikern, in: Fragmente: „In Wirklichkeit wissen wir nichts; denn die Wahrheit liegt in der Tiefe.“
Demokrit (460/459 v. Chr. - 370 v. Chr.), antiker griechischer Philosoph, gehört zu den Vorsokratikern, in seiner Atomlehre: „Die Bildung ist für die Glücklichen eine Zierde, für die Unglücklichen eine Zuflucht.“
Demokrit (460/459 v. Chr. - 370 v. Chr.), antiker griechischer Philosoph, gehört zu den Vorsokratikern: „Wie die Heilkunde die Krankheiten des Körpers heilt, so befreit die Weisheitslehre die Seele von den Leidenschaften.“
Descartes, René (latinisiert: Renatus Cartesius, 1596-1650), französischer Philosoph, Mathematiker und Naturwissenschaftler, in: Abhandlung über die Methode: „Als ich überlegte, wieviel verschiedene Ansichten über die gleiche Sache es geben kann, deren jede einzelne ihren Verteidiger unter den Gelehrten findet, und wie doch nur eine einzige davon wahr sein kann, da stand es für mich fest: Alles, was lediglich wahrscheinlich ist, ist wahrscheinlich falsch.“
Descartes, René (latinisiert: Renatus Cartesius, 1596-1650), französischer Philosoph, Mathematiker und Naturwissenschaftler, in: Mediationen: „Ich nehme also an, alles, was ich wahrnehme, sei falsch; ich glaube, dass nichts von alledem jemals existiert habe, was mir mein trügerisches Gedächtnis vorführt. Ich habe überhaupt keine Sinne; Körper, Gestalt, Ausdehnung, Bewegung und Ort sind Chimären. Was soll da noch wahr sein? Vielleicht das Eine, dass es nichts Gewisses gibt.“
Descartes, René (latinisiert: Renatus Cartesius, 1596-1650), französischer Philosoph, Mathematiker und Naturwissenschaftler, in: Mediationen: „Täusche mich, wer es vermag! das wird er doch niemals zuwege bringen, dass ich nichts bin, solange ich denke, ich sei etwas; oder dass zu irgendeiner Zeit wahr wäre, dass ich nie gewesen, da ich doch nun wahrhaftig bin.“
Descartes, René (latinisiert: Renatus Cartesius, 1596-1650), französischer Philosoph, Mathematiker und Naturwissenschaftler: „Die nur ganz langsam gehen, aber immer den rechten Weg verfolgen, können viel weiter kommen als die, welche laufen und auf Abwege geraten.“
Descartes, René (latinisiert: Renatus Cartesius, 1596-1650), französischer Philosoph, Mathematiker und Naturwissenschaftler: „Dubium sapientiae initium. Zweifel ist der Weisheit Anfang.“
Deutsches Sprichwort: „Dies diem docet. Ein Tag lehrt den anderen.“
Diderot, Denis (1713-1784), französischer Schriftsteller, Philosoph und Aufklärer, einer der wichtigsten Autoren der Encyclopédie, in: Letzte Worte: „Der erste Schritt zur Philosophie ist der Unglaube.“
Diderot, Denis (1713-1784), französischer Schriftsteller, Philosoph und Aufklärer, einer der wichtigsten Autoren der Encyclopédie: „Im übrigen haben es diejenigen, die befähigt sind, sich von den Vorurteilen zu befreien, nicht nötig, sich belehren zu lassen.“
Ditfurth, Hoimar von (1921-1989), deutscher Schriftsteller: „Viele Gedenkminuten könnten durch Denkminuten verhindert werden.“
Doderer, Heimito von (Franz Carl Heimito Ritter von Doderer, 1896-1966), österreichischer Schriftsteller: „Alles hat zwei Seiten. Aber erst wenn man erkennt, dass es drei sind, erfasst man die Sache.“
Dostojewski, Fjodor Michailowitsch (1821-1881), einer der bedeutendsten russischen Schriftsteller, in: Aufzeichnungen aus einem toten Hause: „Es konnte im Zuchthaus vorkommen, daß man einen Menschen jahrelang kannte und der Meinung war, er sei kein Mensch, sondern ein Tier, und daß man ihn deshalb verachtete. Und dann kommt ein Augenblick, wo sich seine Seele, unwillkürlich fortgerissen, auftut, und man entdeckt in ihr einen solchen Reichtum, soviel Gefühl, Herz, ein so klares Verständnis des eigenen und des fremden Leidens, daß einem gleichsam die Augen aufgehen und man im ersten Augenblick nicht glauben möchte, was man selbst gesehen und gehört hat.“
Dostojewski, Fjodor Michailowitsch (1821-1881), einer der bedeutendsten russischen Schriftsteller: „Geld ist geprägte Freiheit.“
Dschingiskhan (Dschingis Khan, um 1162-1227), der erste Großkahn der Mongolen, der ihre Stämme vereinigte und weite Teile Zentralasiens und Nordchinas eroberte: „Des Menschen Auge sieht weit, des Menschen Verstand sieht weiter.“
d’Harleville, Jean-François Collin (1755-1806), französischer Dichter und Dramatiker, wurde in die von Napoleon gestiftete Ehrenlegion aufgenommen, in: Malice pour malice I, 8: „Impossible est un mot, que je ne dis jamais. - Unmöglich ist ein Wort, das ich nie aussprechen.“
Dürr, Hans-Peter (1929-2014), deutscher Quantenphysiker: „Die Welt ist nicht wissbar ... und erst wer in seinem Leben die eigene Verwundbarkeit erfahren hat, wird wirklich lebendig.“
Ebner-Eschenbach, Marie Freifrau von (1830-1916), österreichische Schriftstellerin, Philosophin, Aphoristikerin, aus ihren Aphorismen: „Was nennen die Menschen am liebsten ‚dumm‘? Das Gescheite, das sie nicht verstehen.“ (Im Ordner ‚Weltliteratur‘ findet sich ein Büchlein mit gesammelten Aphorismen von ihr.)
Ebner-Eschenbach, Marie Freifrau von (1830-1916), österreichische Schriftstellerin, Philosophin, aus ihren Aphorismen: „Je ungebildeter ein Mensch ist, desto schneller ist er mit einer Ausrede fertig.“ (Im Ordner ‚Weltliteratur‘ findet sich ein Büchlein mit gesammelten Aphorismen von ihr.)
Ebner-Eschenbach, Marie Freifrau von (1830-1916), österreichische Schriftstellerin, Philosophin, in ihren Aphorismen: „Wir suchen die Wahrheit, finden wollen wir sie aber nur dort, wo es uns beliebt.“ (Im Ordner ‚Weltliteratur‘ findet sich ein Büchlein mit gesammelten Aphorismen von ihr.)
Edison, Thomas Alva (1847-1931), US-amerikanischer Erfinder, Pionier und Unternehmer auf dem Gebiet der Elektrizität, der Elektrotechnik, der Stromerzeugung und -Verteilung: „Ich habe mit Erfolg zehntausend Wege entdeckt, die zu keinem Ergebnis führen.“
Einstein, Albert (1879-1955), deutscher Physiker und Philosoph: „Alles sollte so einfach wie möglich sein - aber nicht einfacher.“
Einstein, Albert (1879-1955), deutscher Physiker und Philosoph: „Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.“
Einstein, Albert (1879-1955), deutscher Physiker und Philosoph: „Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“
Einstein, Albert (1879-1955), deutscher Physiker und Philosoph: „Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“
Eisenlöffel, Katharina: „Jeder will ein Vorbild sein, die wenigsten danach leben.“
Elieser, Israel ben (genannt: Baal Schem Tow, um 1700-1760), gilt als Begründer der chassidischen Bewegung innerhalb des religiösen Judentums: „Was bedeutet es, dass die Leute sagen: Die Wahrheit geht über die Welt? Es bedeutet, dass sie von Ort zu Ort verstoßen wird und weiterwandern muss.“
Emerson, Ralph Waldo (1803-1882), US-amerikanischer Dichter, Schriftsteller, Philosoph und Führer der Transzendentalisten in Neuengland, in: Beauty: „Was für eine Art von Menschen schafft die Wissenschaft? [...] Der Sammler hat alle Pflanzen in seinem Herbarium getrocknet, aber er hat dabei an Körpergewicht und Humor verloren. Er hat alle Schlangen und Eidechsen in seine Phiolen gebracht, aber die Wissenschaft hat es mit ihm geradeso gemacht und ihn in eine Flasche gesteckt.“
Emerson, Ralph Waldo (1803-1882), US-amerikanischer Dichter, Schriftsteller, Philosoph und Führer der Transzendentalisten in Neuengland: „Die größte Ehre, die man der Wahrheit erweisen kann, ist, sie zu leben.“
Ephesos, Heraklit von (550/540-480 v. Chr.), griechischer Naturphilosoph und Historiker: „Wenn du die Wahrheit suchst, sei offen für das Unerwartete, denn es ist schwer zu finden, und Verwirrend, wenn du es findest.“
Eötvös, József Baron von (Baron József Eötvös von Vásárosnamény, 1813-1871), ungarischer Schriftsteller, Staatsmann und Kultusminister: „Alles Wissen hat nur dann einen Wert, wenn es uns tatkräftiger macht. Wenn Allwissenheit ohne Allmacht denkbar wäre, so müsste dies die furchtbarste Qual der Hölle sein.“
Farquhar, George (ca. 1677-1707), irischer Dramatiker: „Die, die am wenigsten wissen, gehorchen am besten.“
Faulkner, William Custhbert (eigentlich: Falkner, 1897-1962), US-amerikanischer Schriftsteller, gilt als bedeutendster US-amerikanischer Romancier des 20. Jahrhunderts, Literaturnobelpreis 1949: „Die Dinge, auf die es im Leben wirklich ankommt, kann man nicht kaufen.“
Fei, Han (auch: Han Feizi oder Hanfeizi, um 280-233 v. Chr.), chinesischer Philosoph, Begründer des Legalismus: „Ruhig sein - dem Strom der Zeit die Richtung geben.“
Ferstl, Ernst (*1955), österreichischer Hauptschullehrer und Aphoristiker: „Steigerung: gescheit - gescheiter - gescheitert.“
Ferstl, Ernst (*1955), österreichischer Hauptschullehrer und Aphoristiker: „Wir leben in einer verrückten Zeit: Immer mehr Vorgetäuschtes erntet echte Begeisterung.“
Feuchtersleben, Ernst von (Ernst Maria Johann Karl Freiherr von Feuchtersleben, 1806-1849), österreichischer Popularphilosoph, Arzt, Lyriker und Essayist, in seinen Aphorismen: „Wo nichts mehr zu enträtseln bleibt, hört unser Anteil auf.“
Feuchtersleben, Ernst von (Ernst Maria Johann Karl Freiherr von Feuchtersleben, 1806-1849), österreichischer Popularphilosoph, Arzt, Lyriker und Essayist: „Das wichtigste Resultat aller Bildung ist die Selbsterkenntnis.“
Feuerbach, Ludwig (1804-1872), deutscher Philosoph, Schüler Georg Friedrich Wilhelm Hegels, in: Geschichte der neuern Philosophie: „Der wahre und vernünftige Zweck der Wissenschaft ist, dem menschlichen Leben Nutzen zu bringen, es mit neuen Erfindungen und Schätzen zu bereichern. [...] Die Wissenschaft soll nicht sein ein Ruhebett für den von Neugierde gequälten Geist oder ein Spaziergang zum Vergnügen oder ein hoher Turm, von dem man verächtlich herabblickt, oder eine Burg und Schanze für Streit und Hader oder eine Werkstatt für die Gewinnsucht und den Wucher, sondern ein reicher Warenbehälter, eine Schatzkammer zur Ehre des Werkmeisters aller Dinge und zum Nutzen der Menschheit.“
Feuerbach, Ludwig (1804-1872), deutscher Philosoph, Schüler Georg Friedrich Wilhelm Hegels, in: Geschichte der neuern Philosophie: „Wo du auf Unbegreiflichkeiten stößest, da nimm dir die Mühe, auf den Anfang zurückzugehen, d. h. von vornen anzufangen, deine Fundamentalbegriffe zu prüfen, in ihrer Einseitigkeit zu erkennen oder sie und hiermit deinen ganzen Standpunkt aufzugeben; kannst du das nicht, so sei wenigstens so bescheiden, deine Beschränktheit als die deinige zu erkennen, deine Schranken nicht zu den Schranken anderer oder gar der Vernunft selbst zu machen.“
Feuerbach, Ludwig (1804-1872), deutscher Philosoph, Schüler Georg Friedrich Wilhelm Hegels: „Übrigens sind mir die Sklaven eines großen Geistes doch zehnmal lieber als Leute, die auf ihre eigene Faust Esel sind und sich darauf noch etwas zugutehalten.“
Fichte, Johann Gottlieb (1762-1814), deutscher Philosoph, in: Brief an Friedrich Heinrich Jacobi am 30. August 1795: „Wir fingen an zu philosophieren aus Übermut und brachten uns dadurch um unsere Unschuld; wir erblickten unsere Nacktheit und philosophieren seitdem aus Not für unsere Erlösung.“
Fichte, Johann Gottlieb (1762-1814), deutscher Philosoph, in: Die Bestimmung des Menschen, Drittes Buch, Glaube: „Meine Welt ist - Objekt und Sphäre meiner Pflichten, und absolut nichts anderes; eine andere Welt, oder andere Eigenschaften meiner Welt gibt es für mich nicht; mein gesamtes Vermögen und alles Vermögen der Endlichkeit reicht nicht hin, eine andere Welt zu fassen. Alles, was für mich da ist, dringt nur durch diese Beziehung seine Existenz und Realität mir auf, und nur durch diese Beziehung fasse ich es - und für eine andere Existenz fehlt es mir gänzlich am Organ.“
Fichte, Johann Gottlieb (1762-1814), deutscher Philosoph, in: Die Bestimmung des Menschen, Drittes Buch, Glaube: „ [...] der notwendige Glaube an unsere Freiheit und Kraft, an unser wirkliches Handeln, und an bestimmte Gesetze des menschlichen Handelns ist es, welcher alles Bewusstsein einer außer uns vorhandenen Realität begründet - ein Bewusstsein, das selbst nur ein Glaube ist, da es auf einen Glauben sich gründet, aber ein aus jenem notwendig erfolgender Glaube. Wir sind genötigt anzunehmen, dass wir überhaupt handeln, und dass wir auf eine gewisse Weise handeln sollen; wir sind genötigt, eine gewisse Sphäre dieses Handelns anzunehmen: diese Sphäre ist die wirklich und in der Tat vorhandene Welt, so wie wir sie antreffen; und umgekehrt - diese Welt ist absolut nichts anderes, als jene Sphäre, und erstreckt auf keine Weise sich über sie hinaus. [...] Wir handeln nicht, weil wir erkennen, sondern wir erkennen, weil wir zu handeln bestimmt sind; die praktische Vernunft ist die Wurzel aller Vernunft. Die Handelsgesetze für vernünftige Wesen sind unmittelbar gewiss: ihre Welt ist gewiss nur dadurch, dass jene gewiss sind. Wir können den ersteren nicht absagen, ohne dass uns die Welt, und mit ihr wir selbst in das absolute Nichts versinken; wir erheben uns aus diesem Nichts, und erhalten uns über diesem Nichts lediglich durch unsere Moralität.“
Fichte, Johann Gottlieb (1762-1814), deutscher Philosoph, in: Reden an die deutsche Nation: „Bildung geschieht durch Selbsttätigkeit und zweckt auf Selbsttätigkeit ab.“ (Unter Beiwerke/Schriften-Archiv/Philosophie – Fichtes „Reden an die deutsche Nation“ in Vollständigkeit.)
Fichte, Johann Gottlieb (1762-1814), deutscher Philosoph, in: Über den Begriff der Wissenschaftslehre oder der sogenannten Philosophie: „Wenn es sich so verhält; wenn das menschliche Wissen an sich und seiner Natur nach solches Stückwerk ist, wie das wirkliche Wissen so vieler Menschen; wenn ursprünglich eine Menge Fäden in unserem Geiste liegen, die unter sich in keinem Punkte zusammenhängen, noch zusammengehängt werden können: so vermögen wir abermals nicht gegen unsere Natur zu streiten; unser Wissen ist, so weit es sich erstreckt, zwar sicher; aber es ist kein einiges Wissen, sondern es sind viele Wissenschaften. - Unsere Wohnung stünde dann zwar fest, aber es wäre nicht ein einiges zusammenhängendes Gebäude, sondern ein Aggregat von Kammern, aus deren keiner wir in die andere übergehen könnten; es wäre eine Wohnung, in der wir uns immer verirren, und nie einheimisch werden würden. Es wäre kein Licht darin, und wir blieben bei allen unseren Reichtümern arm, weil wir dieselben nie überschlagen, nie als ein Ganzes betrachten und nie wissen könnten, was wir eigentlich besäßen; wir könnten nie einen Teil derselben zur Verbesserung des übrigen anwenden, weil kein Teil sich auf das übrige bezöge. Noch mehr, unser Wissen wäre nie vollendet; wir müssten täglich erwarten, dass eine neue angeborene Wahrheit sich in uns äußere, oder die Erfahrung uns ein neues Einfaches geben würde. Wir müssten immer bereit sein, uns irgendwo ein neues Häuschen anzubauen.“
Fichte, Johann Gottlieb (1762-1814), deutscher Philosoph: „Jedes Schreckbild verschwindet, wenn man es fest ins Auge fast.“
Filmzitat, aus der US-amerikanischen Filmsatire „Network“, 1976, Regie: Sidney Lumet, ‚Howard Beale‘ alias Peter Finch: „Ihr habt zwar schöne Fassaden, dahinter aber wuchern eure Lügen, eure Dummheiten, eure Unmenschlichkeit!“
Filmzitat, Dialog aus dem Film „The Great Debaters“ („Die Macht der Worte“), zwischen Schülern und Lehrer, ‚Melvin B. Tolson‘ alias Denzel Washington: „Wer ist der Richter? - Der Richter ist Gott. - Warum ist er der Richter? - Weil er entscheidet, wer gewinnt oder verliert - nicht dein Gegner. - Wer ist dein Gegner? - Er existiert nicht. - Warum existiert er nicht? - Weil er lediglich ein Widerspruch zu deiner (meiner) Wahrheit ist.“
Flaubert, Gustave (1821-1880), französischer Schriftsteller und Romancier: „Das Wahre gibt es nicht! Es gibt nur verschiedene Arten des Sehens.“
Fontane, Theodor (1819-1898), deutscher Schriftsteller und Apotheker, in: Der Stechlin: „Unanfechtbare Wahrheiten gibt es überhaupt nicht, und wenn es welche gibt, so sind sie langweilig.“
Fontane, Theodor (1819-1898), deutscher Schriftsteller und Apotheker: „Ich glaube an die Wahrheit. Sie zu suchen, nach ihr zu forschen in und um uns, muss unser höchstes Ziel sein. Damit dienen wir vor allem dem Gestern und dem Heute. Ohne Wahrheit gibt es keine Sicherheit und keinen Bestand. Fürchtet nicht, wenn die ganze Meute aufschreit. Denn nichts ist auf dieser Welt so gehasst und gefürchtet wie die Wahrheit. Letzten Endes wird jeder Widerstand gegen die Wahrheit zusammenbrechen wie die Nacht vor dem Tag!“
Ford, Henry (1863-1947), US-Amerikaner, Gründer der Ford-Motor-Company, entwickelte die Fließbandfertigung: „Jeder, der aufhört zu lernen, ist alt, mag er zwanzig oder achtzig Jahre zählen. Jeder, der weiterlernt, ist jung, mag er zwanzig oder achtzig Jahre zählen.“
Frank, Dorothee (*1962), Musikwissenschaftlerin, Sachbuchautorin, Kulturjournalistin: „Wer sich weiterentwickeln will, wird es sich immer schwerer machen.“
Franklin, Benjamin (1706-1790), nordamerikanischer Staatsmann: „Der Betrug ist immer in Eile. Lass dir Zeit! Great haste makes great waste.“
Friedell, Egon (eigentlich: Egon Friedmann, 1878-1938), österreichisches Universalgenie: Journalist, Schriftsteller, Dramatiker, Kulturphilosoph, Theaterkritiker, Schauspieler, Kabarettist, Conférencier; sein bedeutendstes Werk: „Kulturgeschichte der Neuzeit“: „Das, was war, wirkt auf uns allemal tiefer als das, was ist.“
Friedell, Egon (eigentlich: Egon Friedmann, 1878-1938), österreichisches Universalgenie: Journalist, Schriftsteller, Dramatiker, Kulturphilosoph, Theaterkritiker, Schauspieler, Kabarettist, Conférencier; sein bedeutendstes Werk: „Kulturgeschichte der Neuzeit“: „Die neuen Gedanken kommen fast immer nur von Außenseitern. Der Fachmann, auch der geistig überlegenste, steht immer zu sehr in seinem Berufskreise, er ist daher fast nie in der Lage, eine wirkliche Revolution hervorzurufen: er kennt die Tradition zu genau und hat, ob er will oder nicht, zu viel Respekt vor ihr. Auch weiß er zuviel Einzelheiten, um die Dinge noch einfach genug zu sehen, und gerade damit fehlt ihm die erste Bedingung jeder wirksamen Neuentdeckung: denn wertvoll und fruchtbar sind immer nur die einfachen Gedanken.“
Friedrich II. (Friedrich der Große bzw. der ‚Alte Fritz‘, 1712-1786), ab 1772 König von Preußen sowie Kurfürst von Brandenburg, entstammt dem Fürstenhaus Hohenzollern: „Ich bedaure alle Tage meines Lebens, welche ich nicht dem Nachdenken und dem Studium gewidmet habe. Man kann seine Fähigkeiten, richtig zu urteilen, nicht genug vervollkommnen, ebenso wenig die durchdringende Schärfe des Verstandes.“
Fulghum, Robert: „Träume sind mächtiger als Tatsachen.“ - Und wir die Baumeister und Bewohner der neuen Welten, geschaffen aus dem Spirit unserer Herzen und Hände.
Galilei, Galileo (1564-1642), italienischer Philosoph, Physiker, Mathematiker und Astronom: „Die eitle Einbildung, man verstehe alles, kann ja nur daher kommen, dass man nie etwas verstanden hat. Denn wer nur ein einziges Mal das Verständnis einer Sache erlebt hat, wer wirklich geschmeckt hat, wie man zum Wissen gelangt, der weiß auch, dass er von der Unendlichkeit der übrigen Wahrheiten nichts weiß.“
Galilei, Galileo (1564-1642), italienischer Philosoph, Physiker, Mathematiker und Astronom: „Man kann einen Menschen nichts lehren. Man kann ihm helfen, es in sich selbst zu entdecken.“
Gandhi, Mahatma (1869-1948), indischer Rechtsanwalt, Publizist, Widerstandskämpfer, Asket und Pazifist: „Du und ich: Wir sind eins. Ich kann dir nicht wehtun, ohne mich zu verletzen.“
Gandhi, Mahatma (1869-1948), indischer Rechtsanwalt, Publizist, Widerstandskämpfer, Asket und Pazifist: „Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.“ (Dieser Gandhi zugeschriebene Satz geht zurück auf eine Rede des US-Gewerkschafters Nicholas Klein auf dem Gewerkschaftstag 1918 der Amalgamated Clothing Workers of America: „Und, liebe Freunde, in dieser Geschichte findet ihr die Historie unserer gesamten Bewegung wieder: Zuerst ignorieren sie dich. Dann machen sie dich lächerlich. Dann greifen sie dich an und wollen dich verbrennen. Und dann errichten sie dir Denkmäler. Und das ist genau das, was den vereinigten Arbeitern der Bekleidungsindustrie Amerikas passieren wird.“ Vgl.: https://de.wikiquote.org/wiki/Mahatma_Gandhi.)
Gasset, José Ortega y (1883-1955), spanischer Kulturphilosoph, Soziologe, Essayist, in „Der Aufstand der Massen“ (Die Barbarei des Spezialistentums): „Der Spezialist ist nicht gebildet; denn er kümmert sich um nichts, was nicht in sein Fach schlägt. Aber er ist auch nicht ungebildet; denn er ist ein Mann der Wissenschaft und weiß in seinem Weltausschnitt glänzend Bescheid. Wir werden ihn einen gelehrten Ignoranten nennen müssen, und das ist eine überaus ernste Angelegenheit; denn es besagt, dass er sich in allen Fragen, von denen er nichts versteht, mit der ganzen Anmaßung eines Mannes aufführen wird, der in seinem Spezialgebiet eine Autorität ist.“
Gasset, José Ortega y (1883-1955), spanischer Philosoph und Soziologe: „Der Zyniker, dieser Schmarotzer der Zivilisation, lebt davon, sie zu verneinen, weil er überzeugt ist, dass sie ihn nicht im Stich lassen wird.“
Geibel, Franz Emanuel August (Pseudonym: L. Horst, 1815-1884), deutscher Lyriker und klassischer Philologe, in: Distichen vom Strande der See 11: „Harret nur aus! Zwar folgt auf den Fortschritt ewig der Rückschlag,/ doch er verbraust, und es bleibt immer ein Rest des Gewinns.“
Geibel, Franz Emanuel August (Pseudonym: L. Horst, 1815-1884), deutscher Lyriker und klassischer Philologe, in: Münchner Dichterkreis I: „Dem Aste gleich, darauf der Vogel schlummert, ist/ erlernte Weisheit dir ein Halt bei stiller Frist./ Doch in der Zeit des Sturms zerbricht gar leicht der Ast -/ weh dir, wenn du alsdann nicht selber Flügel hast!“
Geibel, Franz Emanuel August (Pseudonym: L. Horst, 1815-1884), deutscher Lyriker und klassischer Philologe, in: Münchner Dichterkreis I: „Die Zeit ist wie ein Bild von Mosaik,/ zu nah beschaut verwirrt es nur den Blick;/ willst du des Ganzen Art und Sinn verstehn,/ so musst du’s, Freund, aus rechter Ferne sehn.“
Ghose, Aurobindo (Sri Aurobindo, 1872-1950), indischer Politiker, Philosoph, Hindu-Mystiker, Yogi und Guru: „Gott ist unendliche Möglichkeit. Deshalb ist die Wahrheit dynamisch und der Irrtum ihrer Kinder immer gerechtfertigt.“
Gibran, Khalil (1883-1931), libanesisch-amerikanischer Maler, Dichter und Philosoph, in: Sand und Schaum: „Wenn du das Ende von dem erreichst, was du wissen solltest, stehst du am Anfang dessen, was du fühlen solltest.“
Gibran, Khalil (1883-1931), libanesisch-amerikanischer Maler, Dichter und Philosoph: „Mit einer Weisheit, die keine Tränen kennt, mit einer Philosophie, die nicht zu lachen versteht, und einer Größe, die sich nicht vor Kindern verneigt, will ich nichts zu tun haben.“
Gide, André (1869-1951), französischer Schriftsteller, erhielt 1947 den Literaturnobelpreis: „Das beste Mittel, sich kennenzulernen, ist der Versuch, sich zu verstehen.“
Gide, André (1869-1951), französischer Schriftsteller, erhielt 1947 den Literaturnobelpreis: „Es sind gerade die Inkonsequenzen, die die größten Konsequenzen haben.“
Giraudoux, Jean (1882-1944), französischer Berufsdiplomat und Schriftsteller: „Man erkennt den Irrtum daran, dass alle Welt ihn teilt.“
Goethe, Johann Wolfgang von (1749-1832), deutscher Nationaldichter, im Alter von 33 Jahren von Kaiser Joseph II. geadelt, an Charlotte von Stein am 12.09.1780: „Neurdings hab ich mir’s zur Richtschnur gemacht: In Sachen, die ich nicht verstehe, und es tut einer, das ich nicht begreife, so macht er’s dumm und greift’s ungeschickt an; denn das, was schicklich und recht ist, begreift man auch in unbekannten Dingen; wenigstens muss es einer einem leicht und bald erklären können.“
Goethe, Johann Wolfgang von (1749-1832), deutscher Nationaldichter, im Alter von 33 Jahren von Kaiser Joseph II. geadelt, Dichtung und Wahrheit IX: „Unsere Wünsche sind Vorgefühle der Fähigkeiten, die in uns liegen, Vorboten desjenigen, was wir zu leisten imstande sein werden. Was wir können und möchten, stellt sich unserer Einbildungskraft außer uns und in der Zukunft dar; wir fühlen eine Sehnsucht nach dem, was wir schon im Stillen besitzen. So verwandelt ein leidenschaftliches Vorausgreifen das wahrhaft Mögliche in ein erträumtes Wirkliches.“
Goethe, Johann Wolfgang von (1749-1832), deutscher Nationaldichter, im Alter von 33 Jahren von Kaiser Joseph II. geadelt, in: Aus den Tabulae Votivae, Die Systeme: „Prächtig habt ihr gebaut. Du lieber Himmel! Wie treibt man / nun er so königlich er wohnet, den Irrtum heraus!“
Goethe, Johann Wolfgang von (1749-1832), deutscher Nationaldichter, im Alter von 33 Jahren von Kaiser Joseph II. geadelt, in: Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit: „Unsere Wünsche sind Vorgefühle der Fähigkeiten, die in uns liegen, Vorboten desjenigen, was wir zu leisten imstande sein werden. Was wir können und möchten, stellt sich unserer Einbildungskraft außer uns und in der Zukunft dar; wir fühlen eine Sehnsucht nach dem, was wir schon im Stillen besitzen. So verwandelt ein leidenschaftliches Vorausergreifen das wahrhaft Mögliche in ein erträumtes Wirkliche.“
Goethe, Johann Wolfgang von (1749-1832), deutscher Nationaldichter, im Alter von 33 Jahren von Kaiser Joseph II. geadelt, in: Brief des Pastors: „Man hält einen Aal am Schwanze fester als einen Lacher mit Gründen.“
Goethe, Johann Wolfgang von (1749-1832), deutscher Nationaldichter, im Alter von 33 Jahren von Kaiser Joseph II. geadelt, in: Die Wahlverwandtschaften II, 4: „Sich mitzuteilen ist Natur; Mitgeteiltes aufzunehmen, wie es gegeben wird, ist Bildung.“
Goethe, Johann Wolfgang von (1749-1832), deutscher Nationaldichter, im Alter von 33 Jahren von Kaiser Joseph II. geadelt, in: Essex, Epilog: „Verstellt man sich denn einzig auf dem Thron? / Dort spielt ein Kind, und das verstellt sich schon.“
Goethe, Johann Wolfgang von (1749-1832), deutscher Nationaldichter, im Alter von 33 Jahren von Kaiser Joseph II. geadelt, in: Faust 1, Garten, Faust: „Ach, daß die Einfalt, daß die Unschuld nie / sich selbst und ihren heilgen Wert erkennt!“
Goethe, Johann Wolfgang von (1749-1832), deutscher Nationaldichter, im Alter von 33 Jahren von Kaiser Joseph II. geadelt, in: Maximen und Reflexionen, Nachlass, Über Natur und Naturwissenschaft: „Die Erscheinung ist vom Betrachter nicht losgelöst, vielmehr in die Individualität desselben verschlungen und verwickelt.“
Goethe, Johann Wolfgang von (1749-1832), deutscher Nationaldichter, im Alter von 33 Jahren von Kaiser Joseph II. geadelt, in: Maximen und Reflexionen, Nachlass, Über Natur und Naturwissenschaft: „Hypothesen sind Gerüste, die man vor dem Gebäude aufführt und die man abträgt, wenn das Gebäude fertig ist. Sie sind dem Arbeiter unentbehrlich; nur muss er das Gerüste nicht für das Gebäude ansehn.“
Goethe, Johann Wolfgang von (1749-1832), deutscher Nationaldichter, im Alter von 33 Jahren von Kaiser Joseph II. geadelt, in: Maximen und Reflexionen, Nachlaß, Über Natur und Naturwissenschaft: „Derjenige, der sich mit Einsicht für beschränkt erklärt, ist der Vollkommenheit am nächsten.“
Goethe, Johann Wolfgang von (1749-1832), deutscher Nationaldichter, im Alter von 33 Jahren von Kaiser Joseph II. geadelt, in: Maximen und Reflexionen: „Das schönste Glück des denkenden Menschen ist, das Erforschliche erforscht zu haben und das Unerforschliche ruhig zu verehren.“
Goethe, Johann Wolfgang von (1749-1832), deutscher Nationaldichter, im Alter von 33 Jahren von Kaiser Joseph II. geadelt, in: Maximen und Reflexionen: „Der Mensch ist als wirklich in die Mitte einer wirklichen Welt gesetzt und mit solchen Organen begabt, dass er das Wirkliche und nebenbei das Mögliche erkennen und hervorbringen kann. Alle gesunden Menschen haben die Überzeugung ihres Daseins und eines Daseienden um sie her.“
Goethe, Johann Wolfgang von (1749-1832), deutscher Nationaldichter, im Alter von 33 Jahren von Kaiser Joseph II. geadelt, in: Weissagungen des Bakis 16: „Wer das Vergangene kennte, der wüßte das Künftige. / Beides schließt an heute sich rein als ein Vollendetes an.“
Goethe, Johann Wolfgang von (1749-1832), deutscher Nationaldichter, im Alter von 33 Jahren von Kaiser Joseph II. geadelt, in: Wilhelm Meisters Wanderjahre II, Betrachtungen im Sinne der Wanderer: „Die Menschheit ist bedingt durch Bedürfnisse. Sind diese nicht befriedigt, so erweist sie sich ungeduldig; sind sie befriedigt, so erscheint sie gleichgültig. Der eigentliche Mensch bewegt sich also zwischen beiden Zuständen.“
Goethe, Johann Wolfgang von (1749-1832), deutscher Nationaldichter, im Alter von 33 Jahren von Kaiser Joseph II. geadelt, zu Eckermann 24.02.1824: „Wir behalten von unseren Studien doch nur das, was wir praktisch anwenden.“
Goethe, Johann Wolfgang von (1749-1832), deutscher Nationaldichter, im Alter von 33 Jahren von Kaiser Joseph II. geadelt, zu Eckermann am 12.05.1825: „Sowie wir geboren werden, fängt die Welt an, auf uns zu wirken, und das geht so fort bis ans Ende. Und überhaupt, was können wir denn unser Eigenes nennen als die Energie, die Kraft, das Wollen? Wenn ich sagen könnte, was ich alles großen Vorgängern und Mitlebenden schuldig geworden bin, so bliebe nicht viel übrig.“
Goethe, Johann Wolfgang von (1749-1832), deutscher Nationaldichter, im Alter von 33 Jahren von Kaiser Joseph II. geadelt, zu Eckermann am 17.02.1831: „Man meint immer, man müsse alt werden, um gescheit zu sein. Im Grunde aber hat man bei zunehmenden Jahren zu tun, sich so klug zu erhalten, als man gewesen ist.“
Goethe, Johann Wolfgang von (1749-1832), deutscher Nationaldichter, im Alter von 33 Jahren von Kaiser Joseph II. geadelt: „Es wäre nicht der Mühe wert, siebzig Jahr alt zu werden, wenn alle Weisheit der Welt Torheit wäre vor Gott.“
Goethe, Johann Wolfgang von (1749-1832), deutscher Nationaldichter, im Alter von 33 Jahren von Kaiser Joseph II. geadelt: „Irrtum verlaesst uns nie,/ doch zieht ein hoeher Beduerfnis/ immer den strebenden Geist/ leise zur Wahrheit hinan.“ (So steht es auf einem Denkmal im Prinzessinnengarten unterhalb der Mensa in Jena.)
Goethe, Johann Wolfgang von (1749-1832), deutscher Nationaldichter, im Alter von 33 Jahren von Kaiser Joseph II. geadelt: „Über ein Ding wird viel geplaudert,/ viel beraten und lange gezaudert,/ und endlich gibt ein böses Muss/ der Sache widrig den Beschluss.“
Gracián, Baltasar (1601-1658), spanischer Schriftsteller, Hochschullehrer und Jesuit, in: Handorakel und Kunst der Weltklugheit: „Wissenschaft und Tapferkeit bauen die Größe auf. Sie machen unsterblich; weil sie es sind. Jeder ist so viel, als er weiß, und der Weise vermag alles. Ein Mensch ohne Kenntnisse; eine Welt im Finstern. Einsicht und Kraft; Augen und Hände. Ohne Mut ist das Wissen unfruchtbar.“
Gracián, Baltasar (1601-1658), spanischer Schriftsteller, Hochschullehrer und Jesuit: „Dumm ist nicht, wer etwas Dummes begeht, / sondern wer seine Dummheit nachher nicht zu bedenken versteht.“
Graff, Sigmund (1898-1979), deutscher Schriftsteller, Dramatiker und Aphoristiker: „Eine der erstaunlichsten Erscheinungen ist, daß man sich einbildet, von abhängigen Menschen unabhängige Meinungen erwarten zu dürfen.“
Graff, Sigmund (1898-1979), deutscher Schriftsteller, Dramatiker und Aphoristiker: „Es gibt nichts Wichtigeres auf der Welt, als die Menschen zum Nachdenken zu bringen.“
Graff, Sigmund (1898-1979), deutscher Schriftsteller, Dramatiker und Aphoristiker: „Gebildet ist, wer Parallelen sieht, wo andere etwas völlig Neues zu erblicken glauben.“
Grillparzer, Franz (1791-1872), österreichischer Nationaldichter, in: Des Meeres und der Liebe Wellen I, Priester: „Zugleich bedenk’ ich wirklich, dass heilsam feste Nötigung der Abschluss/ von jedem irdisch wanken, wirren Tun./ Du wähltest ewig unter Möglichkeiten, wär’ nicht die Wirklichkeit als Grenzstein hingesetzt.“
Grillparzer, Franz (1791-1872), österreichischer Nationaldichter, in: Weh dem, der lügt! I, Gregor: „Wahr ist der Wolf, der brüllt, eh er verschlingt, / wahr ist der Donner, drohend, wenn es blitzt, / wahr ist die Flamme, die von fern schon sengt, / die Wasserflut, die heulend Wirbel schlägt. / Wahr sind sie, weil sie sind, weil Dasein Wahrheit.“
Grillparzer, Franz (1791-1872), österreichischer Nationaldichter, in: Weh dem, der lügt I, Gregor: „Wär’ nur der Mensch erst wahr, er wär’ auch gut./ Wie könnte Sünde irgend noch bestehn,/ wenn sie nicht lügen könnte, täuschen? Erstens sich,/ alsdann die Welt, dann Gott, ging es nur an./ Gäb’s einen Bösewicht, müßt er sich sagen,/ so oft er nur allein: du bist ein Schurk!/ Wer hielt sie aus, die eigne Verachtung?/ Allein die Lügen in verschiednem Kleid,/ als Eitelkeit, als Stolz, als falsche Scham/ und wiederum als Großmut und als Stärke,/ als innre Neigung und als hoher Sinn,/ als guter Zweck bei etwa schlimmen Mitteln./ Die hüllen unsrer Schlechtheit Antlitz ein/ und stellen sich geschäftig vor, wenn sich/ der Mensch beschaut in des Gewissens Spiegel.“
Gropius, Walter Adolf Georg (1883-1969), deutscher, später US-amerikanischer Architekt, Gründer des Bauhauses, gilt neben Ludwig Mies van der Rohe und Le Corbusier als Mitbegründer der modernen Architektur: „Wir müssen der Jugend mehr Gelegenheit geben, während ihrer Ausbildungszeit persönliche Erfahrungen zu machen. Nur wenn wir sie selbst Tatsachen finden lassen, kann Wissen zur Weisheit werden.“
Grün, Anastasius (Anton Alexander Graf von Auersperg, 1806-1876), Politiker und deutschsprachiger politischer Lyriker, Vorkämpfer für die Freiheit in der Zeit des Vormärz: „In der Welt fährst du am besten/ sprichst du stolz mit stolzen Gästen,/ mit bescheidenen bescheiden,/ aber wahr und klar mit beiden.“
Guinness, Alec (Sir, 1914-2000), britischer Schauspieler: „Schlechte Argumente bekämpft man am besten, indem man ihre Darlegung nicht stört.“
Gulbenkian, Nubar (1896-1972), armenischer Öl-Milliardär, Ingenieur, Kunstsammler, in: Wir, die Gulbenkians: „Wer reich ist, kann das Leben zu seinem Beruf machen.“
Gutzkow, Karl Ferdinand (1811-1878), deutscher Schriftsteller, Dramatiker, Journalist und ein Stimmführer der Jungdeutschen Bewegung, in: Wally, die Zweiflerin, Wahrheit und Wirklichkeit: „Es gibt eine Welt, die, wenn sie auch nur in unsern Träumen lebte, sich ebenso zusammensetzen könnte zur Wirklichkeit wie die Wirklichkeit selbst, eine Welt, die wir durch Fantasie und Vertrauen zu kombinieren vermögen. Schale Gemüter wissen nur das, was geschieht; Begabte ahnen, was sein könnte; Freie bauen sich ihre eigne Welt.“
Günderode, Karoline von (Karoline Friederike Louise Maximiliane von Günderode, 1780-1806), deutsche Dichterin der Romantik, in: Briefe zweier Freunde: „Gestalt hat nur für uns, was wir überschauen können; von dieser Zeit aber sind wir umfangen, wie Embryonen von dem Leibe der Mutter, was können wir also von ihr Bedeutendes sagen? Wir sehen einzelne Symptome, hören Einen Pulsschlag des Jahrhunderts, und wollen daraus schließen, es sei erkrankt. Eben diese uns bedenklich scheinenden Anzeichen gehören vielleicht zu der individuellen Gesundheit dieser Zeit. Jede Individualität aber ist ein Abgrund von Abweichungen, eine Nacht, die nur sparsam von dem Licht allgemeiner Begriffe erleuchtet wird. Darum Freund! weil wir nur wenige Züge von dem unermesslichen Teppich sehen, an welchem der Erdgeist die Zeiten hindurch webt, darum lass uns bescheiden sein.“
Haeckel, Ernst Heinrich Philipp August (1834-1919), deutscher Zoologe, Arzt, Philosoph und Freidenker, Anhänger der darwinistischen Theorien, in einem Brief an Anna Sethe am 24. Juli 1861: „ [...] halte stets die eine Wahrheit fest, dass nur in der Natur Wahrheit und der Grund aller Freude und alles Friedens sind, und dass sämtliche Menschen summa summarum zehnmal mehr Dummes und Unwahres sich einbilden und ausposaunen, als sie je in ihrem Leben Wahres und Natürliches zusammengebracht haben!“
Hamerling, Robert (Rupert Johann Hammerling, 1830-1889), österreichischer Dichter und Schriftsteller: „Auch an Dornen fehlt’s wohl nicht, / denk ich, wenn ich Rosen sehe. / Rosen sind wohl in der Nähe, / denk ich, wenn ein Dorn mich sticht.“
Hassencamp, Oliver (1921-1988), deutscher Kabarettist, Schauspieler und Jugendbuch- und Romanautor: „Erinnerungen sind Wirklichkeiten im Sonntagsanzug.“
Hebbel, Christian Friedrich (1813-1863), deutscher Dichter und Lyriker: „Der Mensch gerät in große Gefahr, wenn er seine einseitig gewonnene Erfahrung zum alleinigen Maßstab seines Urteils und zum Prinzip seines Handelns macht.“
Hebbel, Friedrich (1813-1863), deutscher Dichter und Lyriker: „Es gehört oft mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben.“
Hebel, Johann Peter (1760-1826), deutscher Schriftsteller, evangelischer Geistlicher, Hauslehrer, Abgeordneter: „Die größte Weisheit verrät sich in der einfachen und natürlichen Einrichtung der Dinge, und man erkennt sie nicht, eben weil alles so einfach ist.“
Hegel, Georg Wilhelm Friedrich (1770-1831), deutscher Philosoph, wichtigster Vertreter des deutschen Idealismus, in: Zusatz zur Rechtsphilosophie, § 318: „In der Öffentlichen Meinung ist alles Falsche und Wahre;  aber das Wahre in ihr zu finden, ist die Sache des großen Mannes.“
Hegel, Georg Wilhelm Friedrich (1770-1831), deutscher Philosoph, wichtigster Vertreter des deutschen Idealismus: ...dass diese Furcht zu irren, schon der Irrtum selbst ist.
Hegel, Georg Wilhelm Friedrich (1770-1831), deutscher Philosoph, wichtigster Vertreter des deutschen Idealismus: „Das Urteil, das die Schule fällt, kann so wenig etwas Fertiges sein, als der Mensch in ihr fertig ist.“
Hegel, Georg Wilhelm Friedrich (1770-1831), deutscher Philosoph, wichtigster Vertreter des deutschen Idealismus: „Die Idee ist das Absolute und alles Wirkliche ist nur Realisierung der Idee.“
Hegenbarth, Josef (1884-1962), deutscher Grafiker, Maler und Illustrator: „Die beste Droge ist ein klarer Kopf.“
Heine, Heinrich (1797-1856), deutscher Nationaldichter, Schriftsteller und Journalist: „Neben jeder Krippe, worin ein Heiland, eine welterlösende Idee den Tag erblickt, steht ein Ochse, der ruhig frisst.“
Heine, Heinrich (1797-1856), deutscher Nationaldichter, Schriftsteller und Journalist: „Wenn wir es recht überdenken, so stecken wir doch alle nackt in unseren Kleidern.“
Heiseler, Bernt von (1907-1969), deutscher Schriftsteller: „Die Welt ist so beschaffen: Wenn man in aller Ruhe und Richtigkeit eine Sache in sie hineinstellt, macht sie Platz.“
Hesse, Hermann Karl (1877-1962), deutschsprachiger Schriftsteller, Dichter, Maler, Literaturnobelpreis 1946, in: Siddhartha (Erwachen): „Ursachen erkennen, so schien ihm, das eben ist Denken.“
Hesse, Hermann Karl (1877-1962), deutschsprachiger Schriftsteller, Dichter, Maler, Literaturnobelpreis 1946: „Bäume sind Heiligtümer. Wer mit ihnen zu sprechen und ihnen zuzuhören weiß, erfährt die Wahrheit.“
Hesse, Hermann Karl (1877-1962), deutschsprachiger Schriftsteller, Dichter, Maler, Literaturnobelpreis 1946: „Das Chaos will anerkannt, will gelebt sein, bevor es sich in eine neue Ordnung bringen lässt.“
Hesse, Hermann Karl (1877-1962), deutschsprachiger Schriftsteller, Dichter, Maler, Literaturnobelpreis 1946: „Wo befreundete Wege zusammenlaufen, da sieht die ganze Welt für eine Stunde wie Heimat aus.“
Hippo, Augustinus von (Augustinus von Thagaste oder auch Aurelius Augustinus, 354-430), lateinischer Kirchenlehrer der Spätantike, Philosoph, Bischof: „Die Welt ist ein großes Buch, und jene, die nicht reisen, lesen nur die erste Seite.“
Hobbes, Thomas (1588-1679), englischer Mathematiker, Staatstheoretiker und Philosoph, neben John Locke und Jean-Jacques Rousseau einer der bedeutendsten Theoretiker des Gesellschaftsvertrages und Begründer des ‚aufgeklärten Absolutismus‘, in: Grundzüge der Philosophie, Zweiter Teil, Lehre vom Menschen: „Man muss aber bedenken, dass nicht alle die Wissenschaft besitzen, die sie zu besitzen behaupten. Wer die Ursachen der Dinge zu ergründen glaubt, indem er nur den Schriften anderer folgt und fremde Meinungen, ohne selbst etwas zu entdecken, abschreibt, taugt gar nichts. Denn etwas Gesagtes zu wiederholen, hat nichts Gutes an sich, sondern im Gegenteil oft das Schlechte, dass es der Wahrheit den Weg verbaut, indem es die Irrtümer der Früheren bekräftigt.“
Hobbes, Thomas (1588-1679), englischer Mathematiker, Staatstheoretiker und Philosoph, neben John Locke und Jean-Jacques Rousseau einer der bedeutendsten Theoretiker des Gesellschaftsvertrages und Begründer des ‚aufgeklärten Absolutismus‘, in: Grundzüge der Philosophie, Zweiter Teil, Lehre vom Menschen: „Wissenschaft, reine und angewandte, ist ein Gut. Denn sie ist dem Menschen, der von Natur ein Bewunderer alles Neuen, d. h. begierig ist, die Ursachen aller Dinge zu kennen, eine Lust. Daher kommt es, dass die Wissenschaft gleichsam eine Nahrung des Geistes ist und für den Geist dieselbe Bedeutung hat wie die Nahrungsmittel für den Körper; was für den Hungernden die Speise ist, das sind für den wissbegierigen Geist die Erscheinungen. Der Unterschied ist jedoch, dass der Körper von Speisen gesättigt werden kann, während der Geist durch Wissen nie befriedigt wird.“
Hofmannsthal, Hugo von (Hugo Laurenz August Hofmann, Edler von Hofmannsthal, 1874-1929), österreichischer Dramatiker, Schriftsteller, Lyriker, Librettist, Mitbegründer der Salzburger Festspiele, einer der wichtigsten Repräsentanten des deutschen Fin de Siècle und der Wiener Moderne, in: Andreas oder die Vereinigten: „Wir besitzen ein ganzes Arsenal von Wahrheiten, welches stark genug wäre, die Welt in einen Sternennebel zurückzuverwandeln, aber es ist jedes Arkanum im eisernen Tiegel verschlossen, - durch unsere Starrheit, unsere Vorurteile, unsere Unfähigkeit, das Einmalige zu fassen.“
Hofmannsthal, Hugo von (Hugo Laurenz August Hofmann, Edler von Hofmannsthal, 1874-1929), österreichischer Dramatiker, Schriftsteller, Lyriker, Librettist, Mitbegründer der Salzburger Festspiele, einer der wichtigsten Repräsentanten des deutschen Fin de Siècle und der Wiener Moderne, in: Gesammelte Werke, S. Fischer Verlag, Frankfurt/Main, 1989, Gedichte: Was ist die Welt?: „Was ist die Welt? Ein ewiges Gedicht,/ Daraus der Geist der Gottheit strahlt und glüht,/ Daraus der Wein der Weisheit schäumt und sprüht,/ Daraus der Laut der Liebe zu uns spricht.// Und jedes Menschen wechselndes Gemüt,/ ein Strahl ist’s, der aus dieser Sonne bricht,/ ein Vers, der sich an tausend andre flicht,/ der unbemerkt verhallt, verlischt, verblüht.// Und doch auch eine Welt für sich allein,/ Voll süß-geheimer, nie-vernommner Töne,/ Begabt mit eigner unentweihter Schöne,// Und keines Andern Nachhall, Widerschein./ Und wenn Du gar zu lesen drin verstündest,/ Ein Buch, das du im Leben nicht ergründest.“
Hofmannsthal, Hugo von (Hugo Laurenz August Hofmann, Edler von Hofmannsthal, 1874-1929), österreichischer Dramatiker, Schriftsteller, Lyriker, Librettist, Mitbegründer der Salzburger Festspiele, einer der wichtigsten Repräsentanten des deutschen Fin de Siècle und der Wiener Moderne: „Der mittelmäßige Mensch hält zu knapp nach dem richtigen Gedanken inne; daher die vielen Halbwahrheiten in der Welt.“
Hohl, Ludwig (1904-1980), Schweizer Schriftsteller, in: Die Notizen oder Von der unvoreiligen Versöhnung: „>Beide also haben das Problem falsch gestellt...</ Aber die das Problem falsch gestellt haben, sind mir meistens interessanter, als die es richtig gestellt haben; denn die es richtig gestellt haben, haben es meistens überhaupt nicht gestellt. Sie leben dann weiter: aber ihr Leben ist der Tod. Die Zwei in jener Novelle sterben: aber aus ihrem Tod kommt das Leben. Denn durch ihre falsche Problemstellung, die dazu führte, dass sie zerschellten, als sie konsequent wurden, gewinnt das Auge zur Betrachtung der Dinge eine neue Schärfe.“
Holt, John Caldwell (1923-1985), US-amerikanischer Autor und Pädagoge: „Wir lernen etwas zu tun, indem wir es tun. Es gibt keine andere Möglichkeit.“
Huxley, Julian Sorell (Sir, 1887-1975), britischer Biologe, Verhaltensforscher, Philosoph, Schriftsteller, Humanist, Atheist: „Wer ein Problem definiert, hat es schon halb gelöst.“
Ich vermag die Abgründe und Zumutungen des Lebens nicht aufzulösen. Meine einzige Chance ist, sie nicht länger als etwas Bedrohliches, Unzumutbares oder Abgründiges anzusehen, sondern sie als wertgleiche Daseinsphänomene anzunehmen, wie Schatten, die hinter die Gegenstände fallen. Realisiere ich, dass auch diese Gegenstände Phantome sind - nicht etwa inexistent, jedoch leer in ihrem Wesen, lediglich Mittel zum Zweck dieser Erkenntnis! -, so versinken auch die Schatten ins Nebensächliche. Hier offenbart sich mir der freie Blick aus freiem Sein in die Wirklichkeit der Einheit.
Ihering, Rudolf von (1818-1892), deutscher Rechtswissenschaftler: „Jede Zeit ist ein Rätsel, das nicht sie selber, sondern erst die Zukunft löst.“
Ingersoll, Robert Green (1833-1899), amerikanischer Rechtsgelehrter: „Eine Universität ist ein Ort, wo Kieselsteine geschliffen und Diamanten getrübt werden.“
Ionesco, Eugène (1909-1994), französisch-rumänischer Autor und Dramatiker des absurden Theaters, in: Bekenntnisse, 1969: „Der Alltag ist eine graue Decke, darunter ist die Jungfräulichkeit der Welt verborgen.“
Ionesco, Eugène (1909-1994), französisch-rumänischer Autor und Dramatiker des absurden Theaters: „Wer sich an das Absurde gewöhnt hat, findet sich in unserer Zeit gut zurecht.“
Ionesco, Eugène (1909-1994), französisch-rumänischer Autor und Dramatiker des absurden Theaters: „Wir glauben Erfahrungen zu machen, aber die Erfahrungen machen uns.“
Jaspers, Karl Theodor (1883-1969), deutscher Psychiater und Philosoph, Vertreter der Existenzphilosophie: „Bildung ist der Boden, den jeder Einzelne zu erwerben und neu zu bestellen hat.“
Jochmann, Carl Gustav (1789-1830), deutschbaltischer Publizist: „Wo die Wahrheit bekämpft werden muß, da hat sie schon gesiegt.“
Joubert, Joseph (1754-1824), französischer Moralist und Essayist: „Es ist besser, ein Problem zu erörtern, ohne es zu entscheiden, als es zu entscheiden, ohne es erörtert zu haben.“
Jung, Carl Gustav (1875-1961), Schweizer Psychiater und Begründer der analytischen Psychologie, in: Nach der Katastrophe: „Schon Plato wusste, dass der Anblick des Hässlichen etwas Hässliches in die Seele hineinbildet.“
Kafka, Franz (1883-1924), deutschsprachiger Schriftsteller, in: Betrachtungen über Sünde, Leid, Hoffnung und den wahren Weg: „Wahrheit ist unteilbar, kann sich also selbst nicht erkennen; wer sie erkennen will, muss Lüge sein.“
Kafka, Franz (1883-1924), deutschsprachiger Schriftsteller: „Wege entstehen dadurch, dass man sie geht.“
Kant, Immanuel (1724-1804), deutscher Philosoph: „Der Mangel an Urteilskraft ist eigentlich das, was man Dummheit nennt, und einem solchen Gebrechen ist eigentlich gar nicht abzuhelfen.“
Kant, Immanuel (1724-1804), deutscher Philosoph: „Durch Verstand sind wir imstande zu erlernen (Regeln zu erfassen), durch Urteilskraft vom Erlernten Gebrauch zu machen (Regeln in concreto anzuwenden), durch Vernunft zu erfinden, Prinzipien für mannigfache Regeln auszudenken.“
Kant, Immanuel (1724-1804), deutscher Philosoph: „Gedanken ohne Inhalt sind leer, Anschauungen ohne Begriffe sind blind.“
Kant, Immanuel (1724-1804), deutscher Philosoph: „Verstand ist die Erkenntnis des Allgemeinen. Urteilskraft ist die Anwendung des Allgemeinen auf das Besondere. Vernunft ist das Vermögen, die Verknüpfung des Allgemeinen mit dem Besonderen einzusehen.“
Kant, Immanuel (1724-1804), deutscher Philosoph: „Wenn die Menschen gewohnt wären, unter das Getümmel ihrer Geschäfte und Zerstreuungen bisweilen ernsthafte Augenblicke der Betrachtung zu mengen, so würden ihre Freuden vielleicht weniger rauschend sein, aber die Stelle derselben würde eine ruhige Heiterkeit der Seele einnehmen, der keine Zufälle mehr unerwartet sind. Und selbst die sanfte Schwermut, dieses zärtliche Gefühl, davon ein edles Herz aufschwillt, wenn es in einsamer Stille die Nichtswürdigkeit alles dessen erwägt, was bei uns allgemein für groß und wichtig gilt, würde mehr wahre Glückseligkeit enthalten als die ungestüme Belustigung des Leichtsinnigen und das laute Lachen des Toren.“
Kant, Immanuel (1724-1804), deutscher Philosoph der Aufklärung, in: Kritik der praktischen Vernunft: „Mit einem Worte: Wissenschaft (kritisch gesucht und methodisch eingeleitet) ist die enge Pforte, die zur Weisheitslehre führt, wenn unter dieser nicht bloß verstanden wird, was man tun, sondern was Lehrern zur Richtschnur dienen soll, um den Weg zur Weisheit, den jedermann gehen soll, gut und kenntlich zu bahnen, und andere vor Irrwegen zu sichern.“
Kant, Immanuel (1724-1804), deutscher Philosoph der Aufklärung: „Die Lüge ist der eigentliche faule Fleck in der menschlichen Natur.“
Kasper, Hans (Dietrich Huber, 1916-1990), deutscher Schriftsteller, Aphoristiker, Dramatiker, in: Abel, gib acht, Das kluge kleine Land: „Hochmut lässt sich köpfen: Stolz beugt sich der Stunde, die vergeht.“
Kasper, Hans (Dietrich Huber, 1916-1990), deutscher Schriftsteller, Aphoristiker, Dramatiker, in: Abel, gib acht, Gefischtes: „Wie man seinen Charakter, daß er nicht zu nackt daherkomme, mit Manieren bekleiden soll, so die Wahrheit mit Konzilianz.“
Kasper, Hans (Dietrich Huber, 1916-1990), deutscher Schriftsteller, Aphoristiker, Dramatiker, in: Abel, gib acht, Lob der List: „Falschheit ohne List zu begegnen, ist nicht ehrenhaft, sondern leichtsinnig.“
Kierkegaard, Søren (Søren Aabye Kierkegaard, 1813-1855), dänischer Philosoph, Essayist, Theologe und religiöser Schriftsteller, gilt als Wegbereiter des Existenzialismus, in: Entweder-Oder: „Was die Philosophen von der Wirklichkeit sagen, ist oft geradeso täuschend, wie wenn man bei einem Trödler auf einem Schilde liest: ‚Hier wird gerollt.‘ Käme man nun mit seiner Wäsche, um sie gerollt zu bekommen, so wäre man angeführt: denn das Schild steht da bloß zum Verkaufe.“
Kierkegaard, Søren (Søren Aabye Kierkegaard, 1813-1855), dänischer Philosoph, Essayist, Theologe und religiöser Schriftsteller, gilt als Wegbereiter des Existenzialismus: „Man kann sich auf 2 Arten irren: Indem man glaubt, was nicht wahr ist. Oder indem man sich weigert zu glauben, was wahr ist.“
Kivaro: „Hat man 24 Stunden früher als die übrigen Menschen recht, so gilt man 24 Stunden lang für närrisch.“
Kleist, Heinrich von (Bernd Heinrich Wilhelm von Kleist, 1777-1811), deutscher Dramatiker, Erzähler, Lyriker und Publizist, in einem Brief an Wilhelmine von Zenge am 15. August 1801: „Ohne Wissenschaft zittern wir vor jeder Lufterscheinung, unser Leben ist jedem Raubtier ausgesetzt, eine Giftpflanze kann uns töten - und sobald wir in das Reich des Wissens treten, sobald wir unsre Kenntnisse anwenden, uns zu sichern und zu schützen, gleich ist der erste Schritt zu dem Luxus und mit ihm zu allen Lastern der Sinnlichkeit getan.“
Knapp, Jorst: „Die Illusionen von heute sind die Enttäuschungen von morgen.“
Knuth, Gustav Adolf Karl Friedrich (1901-1987), deutscher Schauspieler: „Denk daran: Es ist leichter, den Mund zu halten als ein Versprechen.“
Konfuzius (latinisiert aus: Kong Fuzi oder Kung Fu Tse, 551-479), chinesischer Philosoph: „Was du mir sagst, das vergesse ich. Was du mir zeigst, daran erinnere ich mich. Was du mich tun läßt, das verstehe ich.“
Kotzebue, August Friedrich Ferdinand von (1761-1819), deutscher Dramatiker und Schriftsteller und russischer Generalkonsul: „Wahrheit ist eine widerliche Arznei; man bleibt lieber krank, ehe man sich entschließt, sie einzunehmen.“
Krailsheimer, Hans (1888-1958), deutscher Schriftsteller: „Das Gefährliche an Halbwahrheiten ist, dass immer die falsche Hälfte geglaubt wird...“
Krailsheimer, Hans (1888-1958), deutscher Schriftsteller: „Der Aufrichtige vermeidet Situationen, die ihn zwingen, unaufrichtig zu sein, und noch mehr solche, die ihn zwingen, aufrichtig zu sein...“
Kraus, Karl (1874-1936), einer der bedeutendsten österreichischen Schriftsteller des beginnenden 20. Jahrhunderts; er trat als Dramatiker, Satiriker, Lyriker, Aphoristiker hervor, als Sprach- und Kulturkritiker, Publizist, Förderer junger Autoren und war zudem ein exzellenter und scharfer Kritiker des Hetzjournalismus bzw. der Journaille, wie er es nannte: „Man glaubt gar nicht, wie schwer es ist, eine Tat in einen Gedanken umzusetzen.“
Laotse (auch: Lao Tse, Laudse, Laozi, „Alter Meister“, zwischen dem 3. und 6. Jh. vor Christus), legendärer chinesischer Philosoph, das bekannteste ihm zugeschriebene und Hauptwerk des Taoismus ist das Tao-Te-King, daraus, Vers 65: „Die alten Weisen, Täter des Tao, brachten den Menschen nicht die Vielfalt des Wissens, sondern lehrten die Einfalt der Weisheit. Denn Vielwisser sind Zielungewisse und schwer zu leiten. Wer die Menschen nur durch Wissensvermehrung fördern will, führt sie ins Verderben.“
Laotse (auch: Lao Tse, Laudse, Laozi, „Alter Meister“, zwischen dem 3. und 6. Jh. vor Christus), legendärer chinesischer Philosoph, das bekannteste ihm zugeschriebene und Hauptwerk des Taoismus ist das Tao-Te-King, daraus: „Alle Welt weiß: Wenn Schönheit schön sein will, wandelt sie sich in Hässlichkeit. Wenn Güte als gut gelten will, wird sie zu Ungutem. So nah sind Sein und Nichtsein.“
Laotse (auch: Lao Tse, Laudse, Laozi, „Alter Meister“, zwischen dem 3. und 6. Jh. vor Christus), legendärer chinesischer Philosoph, das bekannteste ihm zugeschriebene und Hauptwerk des Taoismus ist das Tao-Te-King, daraus: „Klar sieht, wer von ferne sieht, und nebelhaft, wer Anteil nimmt.“
Laotse (auch: Lao Tse, Laudse, Laozi, „Alter Meister“, zwischen dem 3. und 6. Jh. vor Christus), legendärer chinesischer Philosoph, das bekannteste ihm zugeschriebene und Hauptwerk des Taoismus ist das Tao-Te-King, daraus: „Pflicht ohne Liebe macht verdrießlich./ Verantwortung ohne Liebe macht rücksichtslos./ Gerechtigkeit ohne Liebe macht hart./ Wahrheit ohne Liebe macht kritiksüchtig./ Klugheit ohne Liebe macht betrügerisch./ Freundlichkeit ohne Liebe macht heuchlerisch./ Ordnung ohne Liebe macht kleinlich./ Sachkenntnis ohne Liebe macht rechthaberisch./ Macht ohne Liebe macht grausam./ Ehre ohne Liebe macht hochmütig./ Besitz ohne Liebe macht geizig./ Glaube ohne Liebe macht fanatisch.“
Laotse (auch: Lao Tse, Laudse, Laozi, „Alter Meister“, zwischen dem 3. und 6. Jh. vor Christus), legendärer chinesischer Philosoph, das bekannteste ihm zugeschriebene und Hauptwerk des Taoismus ist das Tao-Te-King: „Also der Erwachte: Weil er nicht scheinen will, leuchtet er. Weil er von sich absieht, wird er beachtet. Weil er nichts für sich will, hat er Erfolg. Weil er nichts aus sich macht, hat er Macht. Weil er nicht widersteht, widersteht ihm nichts.“
Laub, Gabriel (1928-1998), tschechisch-, polnisch-, russisch- und deutschsprachiger Journalist, Satiriker und Aphoristiker jüdischer Abstammung: „Als absurd bezeichnen wir, was nicht möglich ist und trotzdem passiert; was möglich ist, aber nicht passiert, bezeichnen wir als typisch.“
Lavater, Johann Caspar (1741-1801), reformierter Schweizer Pfarrer, Schriftsteller und Philosoph in der Zeit der Aufklärung: „Treue im Kleinsten macht die Treue dir leicht im Großen.“
Laßwitz, Kurd (Carl Theodor Victor Kurd Laßwitz, benutzte auch das Pseudonym: L. Velatus, 1848-1910), deutscher Schriftsteller, gilt als Begründer der deutschsprachigen Science Fiktion, in: Im Pyramidenhotel: „Entspricht nicht tatsächlich jedem Empfindungsvorgang ein äußerer Bewegungsvorgang, welcher nur das Spiegelbild von jenem inneren ist, erzeugt durch unsere äußere Sinnesauffassung in Raum und Stoff? Hebe die Möglichkeit auf, dass das entsteht, was wir organisierte Wesen mit Zentralorganen des Bewusstseins nennen, und du hast auch das Bewusstsein in seinen höheren Formen aufgehoben. Glaubst du, dass der innere Bewusstseinsinhalt einer Welt, welche einem äußeren Zuschauer, wie uns, nur als eine unzählbare Summe geradlinig nebeneinander durch den Raum ziehender Atome erscheinen würde, dass dieser Bewusstseinsinhalt noch eine Welt genannt werden kann?“
Lec, Stanislaw Jerzy (1909-1966), polnischer Lyriker und Aphoristiker: „Du musst gegen den Strom schwimmen, um zur Quelle zu kommen.“
Leibniz, Gottfried Wilhelm (gelegentlich auch ‚Leibnitz‘ geschrieben, 1646-1716), deutscher Philosoph, Wissenschaftler, Mathematiker, Diplomat, Physiker, Historiker, Politiker, Bibliothekar und Doktor des Kirchenrechts, universaler Geist und Vordenker der Aufklärung: „Das Vermögen, welches die Verbindung der Wahrheiten untereinander einsieht, heißt im eigentlichen Sinne Vernunft.“
Leopardi, Giacomo Graf (1798-1837), italienischer Dichter, in: Das Gedankenbuch: „Es scheint widersinnig und ist doch völlig wahr: Da alles Wirkliche ein Nichts ist, gibt es nichts Wirkliches, nichts, was Bestand hat auf dieser Welt, als die Einbildungen.“
Leopardi, Giacomo Graf (1798-1837), italienischer Dichter, in: Das Gedankenbuch: „Zwei Wahrheiten, welche die Menschen nie glauben werden: dass sie nichts wissen und dass sie nichts sind. Man füge eine dritte hinzu, die sehr von der zweiten abhängt: dass es nach dem Tod nichts zu hoffen gibt.“
Leopardi, Giacomo Graf (1798-1837), italienischer Dichter, in: Das Gedankenbuch: „[...] all die Entdeckungen, welche sich auf die reine Beobachtung der Tatsachen gründen, bestehen in kaum etwas anderem als im Nachweis, dass wir uns irrten und dass wir mit unserem eigenen natürlichen oder herangebildeten oder (wie man sagt) angelernten Denken irrige Vorstellungen entworfen, gestaltet, geschaffen haben. Darüber hinaus geht es nicht. Jeder Schritt der modernen Wissenschaft tilgt einen Irrtum; er pflanzt keine Wahrheit.“
Lessing, Gotthold Ephraim (1729-1781), deutscher Dichter, eine Duplik, 1778: „Nicht die Wahrheit, in deren Besitz irgendein Mensch ist oder zu sein vermeinet, sondern die aufrichtige Mühe, die er angewandt, hinter die Wahrheit zu kommen, macht den Wert des Menschen. Denn nicht durch Besitz, sondern durch die Nachforschung der Wahrheit erweitern sich seine Kräfte, worin allein seine immer wachsende Vervollkommnung bestehet. Der Besitz macht ihn ruhig, träge, stolz.“
Lessing, Gotthold Ephraim (1729-1781), deutscher Dichter, in: Nathan der Weise II, 6, Nathan: „Nur das Gemeine verkennt man selten.“
Lessing, Gotthold Ephraim (1729-1781), deutscher Dichter: „Nur die Sache ist verloren, die man selbst aufgibt.“
Lessing, Karl Theodor Richard (1872-1933), deutscher jüdischer Philosoph, politischer Publizist, Kulturkritiker: „Alles ist sinnlos von vornhinein, alles wird sinnvoll von nachhinein.“ (Vgl. auch sein Hauptwerk: „Geschichte als Sinngebung des Sinnlosen“.)
Leuthold, Heinrich (1827-1879), Schweizer Dichter, Journalist, Übersetzer, in: An einen Fatalisten: „Spiegel der Zukunft sei das Vergangene? Doch die Geschichte wirkt ins Gewebe der Zeit nimmer das nämliche Bild.“
Levi, Graziadio Carlo (1902-1975), italienischer Schriftsteller, Arzt, Maler, Politiker: „Erfahrungen sind Maßarbeit. Sie passen nur dem, der sie macht.“
Lichtenberg, Georg Christoph (1742-1799), deutscher Mathematiker, Professor der Naturwissenschaften, Begründer des Aphorismus’: „An nichts muss man mehr zweifeln als an Sätzen, die zur Mode geworden sind.“
Lichtenberg, Georg Christoph (1742-1799), deutscher Mathematiker, Professor der Naturwissenschaften, Begründer des Aphorismus’: „Das Buch, das in der Welt am ersten verboten zu werden verdiente, wäre ein Katalog von verbotenen Büchern.“
Lichtenberg, Georg Christoph (1742-1799), deutscher Mathematiker, Professor der Naturwissenschaften, Begründer des Aphorismus’: „Die geschnitzten Heiligen haben in der Welt mehr ausgerichtet als die lebendigen.“
Lichtenberg, Georg Christoph (1742-1799), deutscher Mathematiker, Professor der Naturwissenschaften, Begründer des Aphorismus’: „Es gibt in Rücksicht auf den Körper gewiss wo nicht mehr, doch ebenso viele Kranke in der Einbildung als wirkliche Kranke, in Rücksicht auf den Verstand ebenso viele, wo nicht sehr viel mehr Gesunde in der Einbildung als wirklich Gesunde.“
Lichtenberg, Georg Christoph (1742-1799), deutscher Mathematiker, Professor der Naturwissenschaften, Begründer des Aphorismus’: „Es gibt Leute, die glauben alles wäre vernünftig, was man mit einem ernsthaften Gesicht tut.“
Lichtenberg, Georg Christoph (1742-1799), Mathematiker, Professor der Naturwissenschaften, Begründer des Aphorismus’: „Die gemeinsten Meinungen und was jeder für ausgemacht hält, verdient oft am meisten untersucht zu werden.“
Lichtwer, Magnus Gottfried (der Jüngere, 1719-1783), deutscher Jurist und Fabeldichter in der Zeit der Aufklärung, Freimaurer, in: Die seltsamen Menschen: „Wenn sie nicht hören, reden, fühlen, noch sehen, was tun sie denn? Sie spielen.“
Limpach, Erich (1899-1965), deutscher Lyriker und Aphoristiker: „Das Unwichtige zu vergessen ist eine der bedeutendsten Voraussetzungen, das Wesentliche zu entdecken.“
Locke, John (1632-1704), englischer Philosoph, in: Versuch über den menschlichen Verstand: „Was sich die Menschen einbilden, ist gleichgültig. Lediglich die Erkenntnis der Dinge ist von Bedeutung. Sie allein macht unsere Schlussfolgerungen wertvoll.“
Logau, Friedrich Freiherr von (1605-1655), schlesischer Barockdichter, Allengefallenheit: „Daß allen er gefallen kann, / geht schwerlich, glaub ich, jedem an / als dem, bei dem hat gleichen Preis / Gott, Teufel, recht, krumm, schwarz und weiß.“
Logau, Friedrich Freiherr von (1605-1655), schlesischer Barockdichter, Die Wahrheit: „Andre Weiber hätten Spott, / wenn sie sollten nackend gehen, / Wahrheit aber färbt sich rot, / wenn sie soll in Kleidern stehn.“
Logau, Friedrich Freiherr von (1605-1655), schlesischer Barockdichter: „Der Frühling ist zwar schön, doch wenn der Herbst nicht wär’,/ wär’ zwar das Auge satt, der Magen aber leer.“
Logau, Friedrich Freiherr von (1605-1655), schlesischer Barockdichter: „Die Weltgunst ist ein Meer: Darin versinkt, was schwer; was leicht ist, schwimmt daher.“
Logau, Friedrich Freiherr von (1605-1655), schlesischer Barockdichter: „Ist ein Esel zu erstreiten, ei, so suche dir zur Hand/ einen Richter, der nicht selbsten ist dem Esel anverwandt!“
Macaulay, Thomas Babington (1. Baron Macaulay of Rothlay, 1800-1859), britischer Historiker, Dichter, Politiker: Kein Mensch, der über die Vergangenheit genau Bescheid weiß, wird die Gegenwart düster oder verzagt sehen.“
Mahlmann, Siegfried August (1771-1826), deutscher Dichter, Schriftsteller, Verleger: „Das wahre Große in der Welt / ist immer nur das, was nicht gleich gefällt. / Und wen der Pöbel zum Gotte weiht, / der steht auf dem Altar nur kurze Zeit.“
Mann, Thomas (1875-1955), deutscher Schriftsteller, Nobelpreis für Literatur 1929: „Es ist schwer, es zugleich der Wahrheit und den Leuten recht zu machen.“
Marquis, Donald Bagley (Pseudonym: ‚Don Marquis‘, *1935), US-amerikanischer Philosoph, Schwerpunkt Medizinethik: „Wir leben in einer Zeit, in der die Menschen nicht wissen, was sie wollen, aber alles tun, um es zu bekommen.“
Marsais, César Chesneau Du (1676-1756), französischer Philosoph und Grammatiker und einer der Autoren der Encyclopédie, in: Essay über die Vorurteile: „Was wahr ist, kann nicht schlecht sein; was schlecht ist, kann nicht wahr sein; was gut ist, kann nicht auf Unwahrheit beruhen; was schädlich ist, kann nur das Werk des Betrugs und des Wahnsinns sein und demzufolge nicht die Wertschätzung des Weisen verdienen. Die Weisheit taugt nichts, wenn sie nicht zum Glück führt.“
Mengzi (auch: Mong Dsi, Meng Dse, Menzius, 370-290 v. Chr.), bedeutendster Nachfolger des Konfuzius, reformierte dessen philosophische Lehre soweit, dass sich aus ihr der Konfuzianismus als Staatsreligion entwickeln konnte: „In meinem Herzen bereit sind alle Dinge. Keine Freude ist größer, als Aufrichtigkeit zu finden, blickt man sich selbst ins Herz.“
Mengzi (auch: Mong Dsi, Meng Dse, Menzius, 370-290 v. Chr.), bedeutendster Nachfolger des Konfuzius, reformierte dessen philosophische Lehre soweit, dass sich aus ihr der Konfuzianismus als Staatsreligion entwickeln konnte: „Was der Mensch kann, ohne es erlernt zu haben, sind seine ihm angeborenen >guten Fähigkeiten<. Was der Mensch weiß, ohne darüber nachgedacht zu haben, ist sein ihm angeborenes >gutes Wissen<.“
Meyrink, Gustav (1868-1932), österreichischer Schriftsteller und Übersetzer, dessen Werke von der mystischen, alchemistischen Suche und Verwandlung des Menschen geprägt sind, in: Das grüne Gesicht, 1. Kapitel: „Als er sich gleich darauf wieder emporriß, hatte er die Empfindung, eine überwältigende Menge innerer Aufschlüsse bekommen zu haben; aber nur ein einziger dürrer Satz war als Quintessenz in seinem Bewußtsein zurückgeblieben, – eine phantastische Verkettung von kürzlich erlebten Eindrücken und fortgesponnenen Gedanken: >Schwerer ist es, das ewige Lächeln zu erringen, als den Totenschädel in den abertausend Gräbern der Erde herauszufinden, den man in einem früheren Leben auf den Schultern getragen; erst muß der Mensch sich die alten Augen aus dem Kopf weinen, bevor er die Welt mit neuen Augen lächelnd zu betrachten vermag.<“
Milton, John (1608-1674), englischer Dichter, politischer Denker und Staatsbediensteter: „Die Meinung im guten Menschen ist Wissen im Werden.“
Mocker, Wolfgang (1954-2009), deutscher Satiriker, Kolumnist und Aphoristiker: „Der Pluralismus hat mich völlig verunsichert. Ich bin inzwischen nicht mal mehr sicher, ob ich wirklich weiß, dass ich nichts weiß.“
Mohr, Johann Jakob (1824-1886), deutscher Aphoristiker und Erzähler, Schulrektor in Frankfurt: „Wer die Werke der Philosophie gelesen hat und nun glaubt, er kenne die Welt, wäre dem zu vergleichen, der die Abbildungen vieler Münzen besäße und sich darum für reich hielte.“
Monroe, Marilyn (Norma Jeane Baker, 1926-1962), US-amerikanische Filmschauspielerin, Fotomodell, Sängerin, Filmproduzentin: „Karriere ist etwas Herrliches, aber man kann sich nicht in einer kalten Nacht an ihr wärmen.“
Montaigne, Michel de (Michel Eyquem de Montaigne, 1533-1592), Jurist, Politiker, Philosoph, Humanist, Skeptiker, Begründer der Essayistik: „Der beste Beweis für Weisheit ist beständige gute Laune.“
Montaigne, Michel de (Michel Eyquem de Montaigne, 1533-1592), Jurist, Politiker, Philosoph, Humanist, Skeptiker, Begründer der Essayistik: „Es mag sein, dass wir durch das Wissen anderer gelehrter werden. Weiser werden wir nur durch uns selbst.“
Morgenstern, Christian (1871-1914), deutscher Dichter, Lyriker, Übersetzer, in: Stufen, Erkennen, 1907: „Betrachte den Fühler dieses feingliedrigen Käfers. Was ist der Mensch anderes als solch ein Fühler, von unbekannter Urkraft ausgestreckt, tastend sich über die Dinge zu unterrichten suchend, zuletzt forschend zurückgekrümmt auf sich selbst - ? Der Mensch, ein Taster Gottes nach Sich selbst.“
Morgenstern, Christian (1871-1914), deutscher Dichter, Lyriker, Übersetzer, in: Stufen, Erkennen: „Inmitten unzähligem Hin- und Herredens der Einzelnen wächst still und groß das ewige Weisheitsgut der Menschen weiter.“
Morgenstern, Christian (1871-1914), deutscher Dichter, Lyriker, Übersetzer: „Glaube mir, daß eine Stunde Begeisterung mehr gilt als ein Jahr einförmig dahinziehenden Lebens.“
Morgenstern, Christian (1871-1914), deutscher Dichter, Lyriker, Übersetzer: „Ich definiere den Humor als die Betrachtungsweise des Endlichen vom Standpunkt des Unendlichen aus. Oder: Humor ist das Bewusstsein des Gegensatzes zwischen Ding an sich und Erscheinung und die hieraus entspringende souveräne Weltbetrachtung, welche die gesamte Erscheinungswelt vom Größten bis zum Kleinsten mit Mitgefühl umschließt, ohne ihr jedoch einen anderen als relativen Gehalt und Wert zugestehen zu können.“
Murrow, Edward Roscoe (1908-1965), Rundfunkpublizist: „Viele Leute glauben, dass sie denken, während sie in Wirklichkeit nur ihre Vorurteile umschaufeln.“
Musil, Robert (1880-1942), österreichischer Schriftsteller und Theaterkritiker: „Alles, was wir denken, ist entweder Zuneigung oder Abneigung.“
Mühsam, Erich (1878-1934), deutscher Schriftsteller: „Nicht die Not ist das Schlimmste, sondern dass sie ertragen wird! Denn das Hinnehmen von Armut, während es Reichtum gibt, ist geistiges Versagen, ist Unempfindlichkeit der Seele, gegen die Beleidigung.“
Mühsam, Erich (1878-1934), deutscher Schriftsteller: „Sich Fügen heißt lügen.“
Müller, Friedrich von (1779-1849), Kanzler in Weimar: „Wir kamen auf seine Kupferstichsammlungen zu sprechen, wie er denn auserlesene Blätter daraus alle Sonntagmorgen jenem kunstliebenden Freunde und mir vorzuzeigen und zu erläutern pflegte. >Mir ist der Besitz nötig<, äußerte Goethe, >um den richtigen Begriff der Objekte zu bekommen. Frei von den Täuschungen, die die Begierde nach einem Gegenstand unterhält, läßt erst der Besitz mich ruhig und unbefangen urteilen.<“
Newton, Isaac (1643-1727), englischer Naturforscher, Philosoph und Verwaltungsbeamter: „Sein und Wissen ist ein uferloses Meer: Je weiter wir vordringen, um so unermesslicher dehnt sich aus, was noch vor uns liegt; jeder Triumph des Wissens schließt hundert Bekenntnisse des Nichtwissens in sich.“
Newton, Isaac (1643-1727), englischer Naturforscher, Philosoph und Verwaltungsbeamter: „Unser Wissen ist ein Tropfen. Was wir nicht wissen, ist ein Ozean. Wenn ich fähig war, weiter zu sehen als andere, dann deshalb, weil ich auf den Schultern von Riesen stand.“
Nicolai, Christoph Friedrich (1733-1811), deutscher Schriftsteller, Verlagsbuchhändler, Kritiker, Hauptvertreter der Berliner Aufklärung, in: Vertraute Briefe: „Die Spekulation will uns das Warum des Darum lehren und zeigt uns immer ein neues Warum unseres Darums, das nicht das rechte Darum ist; aber mit alledem wird unser Geist weder weise noch lebendig. Ich prüfe einen Menschen, der sich einer Weisheit rühmt, ob er für seine Nebenmenschen etwas empfindet, oder vielmehr, ob er etwas für sie tut. Ist dies nicht, so besteht seine Weisheit bloß aus schönen, dunklen Worten, und wenn sie auch noch so zierlich zusammengeschnürt wäre.“
Niebergall, Friedrich (1866-1932), deutscher evangelischer Theologe, gilt als Vertreter der Praktischen Theologie: „Der gebildete Mensch soll kein Echo sein, sondern eine Stimme.“
Nietzsche, Friedrich Wilhelm (1844-1900), klassischer deutscher Philologe, Philosoph, Dichter und Komponist, in: Götzendämmerung, Die ‚Vernunft‘ in der Philosophie: „Wir besitzen heute genau so weit Wissenschaft, als wir uns entschlossen haben, das Zeugnis der Sinne anzunehmen, - als wir sie noch schärfen, bewaffnen, zu Ende denken lernten. Der Rest ist Missgeburt und Noch-nicht-Wissenschaft: will sagen Metaphysik, Theologie, Psychologie, Erkenntnistheorie. Oder Formal-Wissenschaft, Zeichenlehre: wie die Logik und jene angewandte Logik, die Mathematik. In ihnen kommt die Wirklichkeit gar nicht vor, nicht einmal als Problem; ebenso wenig als die Frage, welchen Wert überhaupt eine solche Zeichen-Konvention, wie die Logik ist, hat.“
Nietzsche, Friedrich Wilhelm (1844-1900), klassischer deutscher Philologe, Philosoph, Dichter und Komponist, in: Menschliches Allzumenschliches, Erstes Hauptstück, Von den ersten und letzten Dingen: „Das Schiff der Menschheit, meint man, hat einen immer stärkeren Tiefgang, je mehr es belastet wird; man glaubt, je tiefer der Mensch denkt, je zarter er fühlt, je höher er sich schätzt, je weiter seine Entfernung von den anderen Tieren wird, - je mehr er als das Genie unter den Tieren erscheint, - um so näher werde er dem wirklichen Wesen der Welt und deren Erkenntnis kommen: dies tut er auch wirklich durch die Wissenschaft, aber er meint dies noch mehr durch seine Religionen und Künste zu tun. Diese sind zwar eine Blüte der Welt, aber durchaus nicht der Wurzel der Welt näher, als der Stängel ist: man kann aus ihnen das Wesen der Dinge gerade gar nicht besser verstehen, obschon dies fast jedermann glaubt.“
Nietzsche, Friedrich Wilhelm (1844-1900), klassischer deutscher Philologe, Philosoph, Dichter und Komponist, in: Menschliches Allzumenschliches, Neuntes Hauptstück, Der Mensch mit sich allein: „Niemand stirbt jetzt an tödlichen Wahrheiten: es gibt zu viele Gegengifte.“
Nietzsche, Friedrich Wilhelm (1844-1900), klassischer deutscher Philologe, Philosoph, Dichter und Komponist, in: Nachlass, Fragmente Anfang 1880: „Die Wissenschaft zu verwünschen, weil ihre Art bisweilen wehe tut, wäre so klug als das Feuer zu verwünschen, weil ein Kind oder eine Mücke sich daran verbrannt hat. In der Tat verbrennen sich jetzt nur Mücken und Kinder an der Wissenschaft - ich meine die Schwärmer.“
Nietzsche, Friedrich Wilhelm (1844-1900), klassischer deutscher Philologe, Philosoph, Dichter und Komponist, in: Nachlass, Fragmente Frühjahr 1881: „Der Mensch entdeckt zuletzt nicht die Welt, sondern seine Tastorgane und Fühlhörner und deren Gesetze - aber ist deren Existenz nicht schon ein genügender Beweis für die Realität? Ich denke, der Spiegel beweist die Dinge.“
Nietzsche, Friedrich Wilhelm (1844-1900), klassischer deutscher Philologe, Philosoph, Dichter und Komponist, in: Nachlass, Fragmente Sommer 1878: „Die Wahrheit soll wie die Sonne nicht zu hell sein: sonst flüchten die Menschen in die Nacht und machen es dunkel.“
Nietzsche, Friedrich Wilhelm (1844-1900), klassischer deutscher Philologe, Philosoph, Dichter und Komponist, in: Nachlass, Fragmente Sommer 1883: „Warum sieht der Mensch die Dinge nicht? Er steht sich selber im Wege; er verdeckt die Dinge.“
Nietzsche, Friedrich Wilhelm (1844-1900), klassischer deutscher Philologe, Philosoph, Dichter und Komponist, in: Unzeitgemäße Betrachtungen II, Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben: „Der moderne Mensch schleppt zuletzt eine ungeheure Menge von unverdaulichen Wissenssteinen mit sich herum, die dann bei Gelegenheit auch ordentlich im Leibe rumpeln, wie es im Märchen heißt. Durch dieses Rumpeln verrät sich die eigenste Eigenschaft dieses modernen Menschen: der merkwürdige Gegensatz eines Inneren, dem kein Äußeres, eines Äußeren, dem kein Inneres entspricht, ein Gegensatz, den die alten Völker nicht kennen. Das Wissen, das im Übermaße ohne Hunger, ja wider das Bedürfnis aufgenommen wird, wirkt jetzt nicht mehr als umgestaltendes, nach außen treibendes Motiv und bleibt in einer gewissen chaotischen Innenwelt verborgen, die jener moderne Mensch mit seltsamem Stolze als die ihm eigentümliche ‚Innerlichkeit‘ bezeichnet.“
Nietzsche, Friedrich Wilhelm (1844-1900), klassischer deutscher Philologe, Philosoph, Dichter und Komponist, in: Zarathustra I, Von den Hinterwäldlern: „Leiden war’s und Unvermögen - das schuf alle Hinterwelten, und jener kurze Wahnsinn des Glücks, den nur der Leidendste erfasst.“
Nietzsche, Friedrich Wilhelm (1844-1900), klassischer deutscher Philologe, Philosoph, Dichter und Komponist, in: Über die Zukunft unserer Bildungsanstalten: „Die Aufgabe der Gebildeten: Wahrhaftig zu sein und sich wirklich in ein Verhältnis zu allem Großen zu setzen.“
Nietzsche, Friedrich Wilhelm (1844-1900), klassischer deutscher Philologe, Philosoph, Dichter und Komponist, in: Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinn: „Sie sind tief eingetaucht in Illusionen und Traumbilder, ihr Auge gleitet nur auf der Oberfläche der Dinge herum und sieht ‚Formen‘, ihre Empfindung führt nirgends in die Wahrheit, sondern begnügt sich Reize zu empfangen und gleichsam ein tastendes Spiel auf dem Rücken der Dinge zu spielen. Dazu lässt sich der Mensch nachts, ein Leben hindurch, im Traume belügen, ohne dass sein moralisches Gefühl dies je zu verhindern suchte [...]. Was weiß der Mensch eigentlich von sich selbst!“
Nietzsche, Friedrich Wilhelm (1844-1900), klassischer deutscher Philologe, Philosoph, Dichter und Komponist, in: Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinn: „Was ist also Wahrheit? Ein bewegliches Heer von Metaphern, Metonymien, Anthropomorphismen kurz eine Summe von menschlichen Relationen, die, poetisch und rhetorisch gesteigert, übertragen, geschmückt wurden, und die nach langem Gebrauche einem Volke fest, canonisch und verbindlich dünken: die Wahrheiten sind Illusionen, von denen man vergessen hat, dass sie welche sind, Metaphern, die abgenutzt und sinnlich kraftlos geworden sind, Münzen, die ihr Bild verloren haben und nun als Metall, nicht mehr als Münzen in Betracht kommen.“
Nietzsche, Friedrich Wilhelm (1844-1900), klassischer deutscher Philologe, Philosoph, Dichter und Komponist, in: Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinne: „Verschweigt die Natur ihm nicht das Allermeiste, selbst über seinen Körper, um ihn, abseits von den Windungen der Gedärme, dem raschen Fluss der Blutströme, den verwickelten Fasererzitterungen, in ein stolzes, gauklerisches Bewusstsein zu bannen und einzuschließen! Sie warf den Schlüssel weg: und wehe der verhängnisvollen Neubegier, die durch eine Spalte einmal aus dem Bewusstseinszimmer heraus und hinabzusehen vermöchte, und die jetzt ahnte, dass auf dem Erbarmungslosen, dem Gierigen, dem Unersättlichen, dem Mörderischen der Mensch ruht, in der Gleichgültigkeit seines Nichtwissens, und gleichsam auf dem Rücken eines Tigers in Träumen hängend. Woher, in aller Welt, bei dieser Konstellation der Trieb zur Wahrheit!“
Nietzsche, Friedrich Wilhelm (1844-1900), klassischer deutscher Philologe, Philosoph, Dichter und Komponist: „Der Grad der Furchtsamkeit ist ein Gradmesser der Intelligenz.“
Nietzsche, Friedrich Wilhelm (1844-1900), klassischer deutscher Philologe, Philosoph, Dichter und Komponist: „Der Zuwachs an Weisheit lässt sich genau nach der Abnahme der Galle bemessen.“
Nietzsche, Friedrich Wilhelm (1844-1900), klassischer deutscher Philologe, Philosoph, Dichter und Komponist: „Die Welt in ihrer Tiefe verstehen, heißt den Widerspruch verstehen.“
Nietzsche, Friedrich Wilhelm (1844-1900), klassischer deutscher Philologe, Philosoph, Dichter und Komponist: „Die wertvollsten Einsichten werden am spätesten gefunden, aber die wertvollsten Einsichten sind die Methoden.“
Nietzsche, Friedrich Wilhelm (1844-1900), klassischer deutscher Philologe, Philosoph, Dichter und Komponist: „Es wurde bisher grundsätzlich immer nur die Wahrheit verboten.“
Nietzsche, Friedrich Wilhelm (1844-1900), klassischer deutscher Philologe, Philosoph, Dichter und Komponist: „Im Gebirge der Wahrheit kletterst du nie umsonst: Entweder du kommst schon heute weiter hinauf oder übst deine Kräfte, um morgen höher steigen zu können.“
Nietzsche, Friedrich Wilhelm (1844-1900), klassischer deutscher Philologe, Philosoph, Dichter und Komponist: „In Wahrheit heißt etwas wollen ein Experiment machen, um zu erfahren, was wir können.“
Nietzsche, Friedrich Wilhelm (1844-1900), klassischer deutscher Philologe, Philosoph, Dichter und Komponist: „Wir müssen die Dinge lustiger nehmen, als sie es verdienen, zumal wir sie lange ernster genommen haben, als sie es verdienen.“
Nietzsche, Friedrich Wilhelm (1844-1900), klassischer deutscher Philologe, Philosoph, Dichter und Komponist: „Überzeugungen sind Gefängnisse.“
Nin, Anaïs (1903-1977), US-amerikanische Schriftstellerin: „Wir sehen die Dinge nicht, wie sie sind, wir sehen sie so, wie wir sind.“
Novalis (Georg Philipp Friedrich Freiherr von Hardenberg, 1772-1801), deutscher Dichter und Essayist der Frühromantik, Philosoph, Jurist und Bergbauingenieur, in: Blüthenstaub, Vermischte Bemerkungen: „Das Beste an den Wissenschaften ist ihr philosophisches Ingredienz - wie das Leben am organischen Körper. Man dephilosophiere die Wissenschaften - was bleibt übrig - Erde, Luft und Wasser.“
Novalis (Georg Philipp Friedrich Freiherr von Hardenberg, 1772-1801), deutscher Dichter und Essayist der Frühromantik, Philosoph, Jurist und Bergbauingenieur, in: Blüthenstaub, Vermischte Bemerkungen: „Der Mensch besteht in der Wahrheit. Gibt er die Wahrheit preis, so gibt er sich selbst preis. Wer die Wahrheit verrät, verrät sich selbst. Es ist hier nicht die Rede vom Lügen - sondern vom Handeln gegen Überzeugung.“
Novalis (Georg Philipp Friedrich Freiherr von Hardenberg, 1772-1801), deutscher Dichter und Essayist der Frühromantik, Philosoph, Jurist und Bergbauingenieur, in: Blüthenstaub, Vermischte Bemerkungen: „Wir suchen überall das Unbedingte, und finden immer nur Dinge.“
Novalis (Georg Philipp Friedrich Freiherr von Hardenberg, 1772-1801), deutscher Dichter und Essayist der Frühromantik, Philosoph, Jurist und Bergbauingenieur: „Hypothesen sind Netze; nur der wird fangen, der auswirft.“
Nyncke, Gerlinde: „Jemanden verstehen und sein Handeln billigen ist zweierlei.“
Oesch, Emil (1894-1974), Schweizer Schriftsteller und Verleger: „Die einzige Sicherheit, die ein Mensch haben kann, ist die Erkenntnis seiner inneren Kraft und Berufung und eine starke Reserve an Wissen, Erfahrung und Können.“
Opitz, Martin (Opitz von Boberfeld, 1597-1639), deutscher Dichter, Übersetzer, Begründer der schlesischen Dichterschule, bedeutender Theoretiker des Barock, in seinen Epigrammen: „Kein Weiser, glaube mir, spricht: >Morgen will ich leben.< / Der Morgen ist zu spät; heut ziemt sich’s anzuheben.“
Pascal, Blaise (1623-1662), französischer Religionsphilosoph, Mathematiker und Naturwissenschaftler, in: Pensée, Gedanken: „Die Wissenschaften haben zwei Extreme, die einander berühren, das erste ist die reine Unwissenheit, in der sich alle Menschen bei der Geburt befinden, das andere Extrem ist jenes, zu dem die großen Geister gelangen, nachdem sie alles hinter sich gebracht haben, was die Menschen wissen können, erkennen, dass sie nicht wissen und sich wieder in der gleichen Unwissenheit befinden, von der sie ausgegangen waren; das aber ist eine kluge Unwissenheit, die sich selbst kennt. Diejenigen zwischen den beiden Extremen, die aus der natürlichen Unwissenheit hervorgetreten sind und nicht zu der anderen gelangen konnten, haben eine oberflächliche Kenntnis der ausreichenden Wissenschaft und spielen die Klugen. Diese bringen die Welt in Aufruhr und urteilen über alles schlecht.“
Pascal, Blaise (1623-1662), französischer Religionsphilosoph, Mathematiker und Naturwissenschaftler, in: Pensée, Gedanken: „Ich weiß nicht, wer mich in die Welt gesetzt hat, und auch nicht, was die Welt und ich selbst sind; ich bin schrecklich unwissend in allen Dingen; ich weiß nicht, was mein Körper, meine Sinne, meine Seele und selbst jener Teil meines Ichs sind, der denkt, was ich sage, der über alles und über sich selbst Betrachtungen anstellt und sich nicht mehr als das übrige erkennt.“
Pascal, Blaise (1623-1662), französischer Religionsphilosoph, Mathematiker und Naturwissenschaftler, in: Pensée, Gedanken: „Wir sehnen uns nach der Wahrheit und finden in uns nur Ungewissheit. Wir streben nach dem Glück und finden nur Elend und Tod. Wir sind unfähig, uns nicht nach Wahrheit und Glück zu sehnen, und wir sind der Gewissheit wie des Glücks unfähig. Dieses Verlangen ist uns erhalten geblieben, um uns empfinden zu lassen, von welchem Ort wir herabgesunken sind.“
Paul, Jean (eigentlich: Johann Paul Friedrich Richter, 1763-1825), deutscher Schriftsteller, literaturgeschichtlich zwischen Klassik und Romantik, verehrte Jean-Jacques Rousseau, daher seine Namensänderung: „Um zur Wahrheit zu gelangen, sollte jeder die Meinung seines Gegners zu verteidigen suchen.“
Perikles (um 490-429 v. Chr.), in der griechischen Antike führender Staatsmann Athens: „Das Geheimnis der Freiheit ist der Mut.“
Pestalozzi, Johann Heinrich (1746-1827), Schweizer Pädagoge, Sozialreformer, Philosoph und Politiker, in: Über den Aufenthalt in Stans: „In der Welt lernt der Mensch nur aus Not oder Überzeugung.“
Pestalozzi, Johann Heinrich (1746-1827), Schweizer Pädagoge, Sozialreformer, Philosoph und Politiker: „Die Wahrheit ist eine Arznei, die angreift.“
Petan, Žarko (1929-2014), jugoslawischer bzw. slowenischer Schriftsteller, Regisseur, Journalist, Aphoristiker: „Jedes Ziel ist der Anfang des nächsten Rennens.“
Petan, Žarko (1929-2014), jugoslawischer bzw. slowenischer Schriftsteller, Regisseur Journalist, Aphoristiker: „Das Dogma ist eine Zwangsjacke für das Hirn.“
Pieper, Josef (1904-1997), deutscher christlicher Philosoph: „Die unsicheren Zeiten sind die sichersten; man erfährt, woran man ist mit der Welt.“
Planck, Max (1858-1947), deutscher Physiker, Begründer der Quantenphysik, Nobelpreisträger 1918: „Die Wahrheit triumphiert nie; ihre Gegner sterben nur aus.“
Planck, Max (1858-1947), deutscher Physiker, Begründer der Quantenphysik, Nobelpreisträger 1918: „Je erstaunlicher eine wissenschaftliche Entdeckung ist, desto stärker wird sie von der Wissenschaft bekämpft.“
Platen (August Graf von Platen, Graf Platen oder vollständig: Karl August Georg Maximilian Graf von Platen-Hallermünde, 1796-1835), deutscher Dichter: „Bemerke, höre, schweige, urteile wenig - frage viel.“
Platon (latinisiert: Plato, 428-348), griechischer Philosoph: „Es gibt kein Gebiet, worüber der rednerisch Gebildete vor der Menge nicht überzeugender sprechen könnte als irgendein Fachmann.“
Plotin (latinisiert: Plotinus, 205-270), antiker Philosoph, Begründer des Neuplatonismus, in: Die Enneaden: „So ist also wohl alles in Wirklichkeit und wesenhaft, und alles auch Wirklichkeit? Oder wie sonst? Wenn demnach jene Natur mit Recht als ‚schlaflos‘ bezeichnet ist, als Leben und bestes Leben, so dürften dort die schönsten Wirklichkeiten sein. Folglich ist alles in Wirklichkeit und Wirklichkeit und alles Leben, und der Ort daselbst ist der Ort des Lebens und in Wahrheit Prinzip und Quelle der Seele und des Geistes.“
Popper, Karl (Sir Karl Raimund Popper, 1902-1994), österreichisch-britischer Sozial- und Geschichtsphilosoph, begründete den kritischen Rationalismus: „Die einzige Weisheit, die zu erwerben ich hoffen konnte, war das sokratische Wissen von der Unendlichkeit meines Nichtwissens.“
Pulitzer, Joseph (1847-1911), ungarisch-amerikanischer Journalist, Herausgeber und Zeitungsverleger, Stifter des nach ihm benannten Pulitzerpreises: „Es gibt kein Verbrechen, keinen Kniff, keinen Trick, keinen Schwindel, kein Laster, das nicht von Geheimhaltung lebt. Bringt diese Heimlichkeiten ans Tageslicht, beschreibt sie, macht sie vor aller Augen lächerlich, und früher oder später wird die öffentliche Meinung sie hinwegfegen. Bekanntmachung allein genügt vielleicht nicht; aber es ist das einzige Mittel, ohne das alle anderen versagen.“
Radecki, Sigismund von (Pseudonym: Homunculus, 1891-1970), deutscher Schriftsteller und literarischer Übersetzer: „Durch die Unterwerfung der Natur wird eigentlich nur der Mensch unterworfen.“
Ramakrishna, Shri (1834-1886), indischer Heiliger: „Solange wir alles nur von unserem Standpunkt aus betrachten, werden wir die Wahrheit nie erkennen.“
Rasputin, Walentin Grigorjewitsch (*1937), russischer Schriftsteller und Umweltaktivist: „Die Natur kann uns Weisheit lehren. Jeder Baum ist unser Lehrer.“
Rathenau, Walther (1867-1922), als deutscher Außenminister ermordet: „Was in sich widerspruchslos und innerlich wahr ist, das ist so einfach, dass ein Kind es versteht.“
Raupach, Ernst (Ernst Benjamin Salomo Raupach, 1784-1852), deutscher Schriftsteller und Dramatiker: „Wer fühlt, dass er als Satz nicht gelten kann,/ der will als Gegensatz sich wichtig machen.“
Rich, Adrienne (1929-2012), US-amerikanische Feministin, Dichterin, Dozentin und Autorin.: „Das Unbewusste will Wahrheit. Es hört auf, zu denen zu sprechen, die etwas anderes dringlicher wollen als die Wahrheit.“
Rickover, Hyman George (1900-1986), Admiral der US-Navy: „Von Reife zeigt die Fähigkeit, auf die Annehmlichkeiten eines unverrückbar festen Standpunktes zu verzichten.“
Rilke, Rainer Maria (1875-1926), deutscher Lyriker, in: Kunstwerke: „Unsere Lampen endlich sind weitsichtig geworden, unsere Instrumente reichen über Morgen und Übermorgen, wir entziehen mit den Mitteln der Forschung kommende Jahrhunderte der Zukunft und machen sie zu einer Art noch nicht begonnener Gegenwart. Die Wissenschaft hat sich aufgerollt wie ein weiter, unabsehbarer Weg, die schweren und schmerzhaften Entwicklungen der Menschen, der einzelnen und der Massen, füllen die nächsten Jahrtausende als eine unendliche Aufgabe und Arbeit aus.“
Ringel, Erwin (1921-1994), österreichischer Arzt, Vertreter der Individualpsychologie: „Das wirksamste Mittel für das Reifwerden der Persönlichkeit heißt: vertiefte Selbsterkenntnis.“
Rivarol, Antoine de (1753-1801), französischer Schriftsteller und Satiriker: „Die Philosophen sind eher Anatomen als Ärzte; sie zerlegen und heilen nicht.“
Rochefoucauld, François VI. de La (1613-1680), französischer Moralist, in Reflexionen: „Wenn es Menschen gibt, deren Lächerlichkeit nie sichtbar geworden ist, dann hat man zu wenig danach gesucht.“
Romains, Jules (Louis Henri Farigoule, 1885-1972), vielseitiger französischer Schriftsteller, der sich in seinen zahlreichen Werken ebenso ästhetischen wie moralphilosophischen und gesellschaftskritischen Themen zuwandte: „Damit ein Mensch übermenschlich erscheine, muß viel von ihm vergessen werden.“
Rosegger, Peter (1843-1918), österreichischer Schriftsteller: „Nicht alles, was wahr ist, müssen wir sagen, aber alles, was wir sagen, muß wahr sein.“
Rosegger, Peter (1843-1918), österreichischer Schriftsteller: „Wie unser Forschen erlahmt, in der Unendlichkeit des Großen, so erlahmt es auch in der Unendlichkeit des Kleinen, und zuletzt wissen wir gar nicht, was groß oder klein ist, oder wie es kommt, dass sich gerade der Mensch angemaßt hat, das Maß zu sein und die Dinge zu bestimmen, die er nicht kennt und nicht imstande ist zu fassen.“
Rousseau, Jean Jacques (1712-1778), französischsprachiger Philosoph, Pädagoge, Naturforscher und Komponist der Aufklärung, in: Emil oder Über die Erziehung: „Im allgemeinen sprechen die Leute, welche wenig wissen, viel, während die Leute, welche viel wissen, wenig reden. Es hängt sehr einfach zusammen, dass ein unwissender Mensch alles, was er weiß, für höchst wichtig hält und es vor aller Welt ausposaunt. Allein ein unterrichteter Mann öffnet nicht leicht die Fundgrube seines Wissens; er hätte zu viel zu sagen und weiß nur zu wohl, dass auch nach ihm noch weit mehr zu sagen wäre. So schweigt er denn.“
Rousseau, Jean Jacques (1712-1778), französischsprachiger Philosoph, Pädagoge, Naturforscher und Komponist der Aufklärung: „Die Jugend ist die Zeit, Weisheit zu lernen. Das Alter ist die Zeit, sie auszuüben.“
Rousseau, Jean Jacques (1712-1778), französischsprachiger Philosoph, Pädagoge, Naturforscher und Komponist der Aufklärung: „Welche Weisheit kannst du finden, die größer ist als Güte?“
Rupkalwis, Bruno (1942-2012): „Relativ zum Wissen ist die Gesellschaft dümmer als im Mittelalter, und wenn alle dumm sind, steht man hinter keinem zurück.“
Russell, Bertrand (Bertrand Arthur William Russel, 3. Earl Russel, 1872-1970), britischer Philosoph, Mathematiker, Logiker, Literaturnobelpreis 1950: „Mathematik besitzt nicht nur die Wahrheit, sondern auch überragende Schönheit.“
Röck, Friedrich: „Jede Grenze irrt! Das Wahre (das Eine, das Ganze, das All) kennt keine De-finition.“
Röck, Friedrich: „Parteien-Wahn? Stimm-Abgabe? Wahlen? Das Leben-Wollende hat keine Wahl und bleibt bei schöner, kräftiger Stimme,/ das Eine ehrend, das Wahre pflegend, den Wahn scheidend! (Mehrheit ist Unsinn! Sinn und Maß finden sich nur im Bezug zum Einen, zum Ganzen!)“
Rückert, Friedrich (Pseudonym: Freimund Raimar oder Raimer, 1788-1866), deutscher Dichter, Übersetzer, Begründer der deutschen Orientalistik: „Ob ich’s erflieg, ob erreite, / ob ich’s erkriech, ob erschreite, / ob erstreit, ob erspiel, / ist eins am Ziel.“
Sailer, Johann Michael (1751-1832), katholischer Theologe und Bischof von Regensburg: „Allwissenheit ist das Auge, Güte das Herz, Wahrheit der Mund, Allmacht die Hand Gottes.“
Saint-Exupéry, Antoine de (1900-1944), französischer Schriftsteller und Pilot: „Es gibt keinen Fortschritt ohne eine Bejahung des Bestehenden.“
Santayana, George de (Jorge Augustin Nicolás Ruiz de Santayana, 1863-1952), spanischer Philosoph, Schriftsteller, Literaturkritiker: „Weisheit kommt nach der Enttäuschung.“
Sartre, Jean Paul (1905-1980), französischer Romancier, Dramatiker, Philosoph und Publizist: „Wenn ihr eure Augen nicht braucht, um zu sehen, werdet ihr sie brauchen, um zu weinen.“
Schelling, Friedrich (Friedrich Wilhelm Joseph Ritter von Schelling, 1775-1854), deutscher Philosoph, einer der Hauptvertreter des deutschen Idealismus, in: Ideen zu einer Philosophie der Natur: „Mit dem ersten Bewusstsein einer Außenwelt ist auch das Bewusstsein meiner selbst da, und umgekehrt, mit dem ersten Moment meines Selbstbewusstseins tut sich die wirkliche Welt vor mir auf. Der Glaube an die Wirklichkeit außer mir entsteht und wächst mit dem Glauben an mich selbst; einer ist so notwendig als der andere; beide - nicht spekulativ getrennt, sondern in ihrer vollsten, innigsten Zusammenwirkung - sind das Element meines Lebens und meiner ganzen Tätigkeit.“
Schelling, Friedrich (Friedrich Wilhelm Joseph Ritter von Schelling, 1775-1854), deutscher Philosoph, einer der Hauptvertreter des deutschen Idealismus, in: Vom Ich als Prinzip der Philosophie oder über das Unbedingte im menschlichen Wissen: „Um Wahrheit zu finden, musst du ein Prinzip aller Wahrheit haben: setze es so hoch als du willst, es muss doch im Lande der Wahrheit liegen, im Lande, das du erst suchen willst. Wenn du aber alle Wahrheit durch dich selbst hervorbringst, wenn der letzte Punkt, an dem alle Realität hängt, das Ich ist, und dieses nur durch sich selbst und für sich selbst ist, so ist alle Wahrheit und alle Realität dir unmittelbar gegenwärtig. Du beschreibst, indem du dich selbst als Ich setzt, zugleich die ganze Sphäre der Wahrheit, der Wahrheit, die nur durch dich und für dich Wahrheit ist. Alles ist nur im Ich und für das Ich.“
Schiller, Friedrich von (1759-1805), deutscher Dichter, Historiker, Philosoph, in: Wilhelm Tell I, 1, Ruodi: „Vom sichern Port lässt sich’s gemächlich raten.“ (Oder auch in dieser Version: ‚Vom sichern Port lässt sich’s trefflich streiten.‘)
Schiller, Friedrich von (1759-1805), deutscher Dichter, Historiker, Philosoph, über die Wissenschaft: „Einem ist sie die hohe, die himmlische Göttin, dem andern/ eine tüchtige Kuh, die ihn mit Butter versorgt.“
Schiller, Friedrich von (1759-1805), deutscher Dichter, Historiker, Philosoph: „Aus der Kräfte schön vereintem Streben erhebt sich wirkend erst das Leben.“
Schiller, Friedrich von (1759-1805), deutscher Dichter, Historiker, Philosoph: „Den Deutschen muss man die Wahrheit so derb sagen als möglich.“
Schiller, Friedrich von (1759-1805), deutscher Dichter, Historiker, Philosoph: „Nichts Heiliges gibt es als die Wahrheit.“
Schiller, Friedrich von (1759-1805), deutscher Dichter, Historiker, Philosoph: „Wenn kein Mensch mehr die Wahrheit suchen und verbreiten wird, dann verkommt alles Bestehende auf der Erde, denn nur in der Wahrheit sind Gerechtigkeit, Frieden und Leben!“
Schine, Cathleen (*1953), US-amerikanische Schriftstellerin: „Meine Aufgabe ist es, nach der Wahrheit zu suchen; nicht, sie zu finden.“ - „Die Wahrheit stellt für ein ungerechtes und verlogenes Regime eine Bedrohung dar. Die Wahrheit ist revolutionär. Und muss es immer sein.“
Schlegel, August Wilhelm von (1767-1845), deutscher Literaturhistoriker, Übersetzer, Schriftsteller, Indologe und Philosoph, gilt zusammen mit seinem Bruder Karl Wilhelm Friedrich von Schlegel als Begründer der Romantik, in einem Brief an Frau von Stael am 25. Dezember 1811: „Die heutigen Wissenschaftler haben den Sinn für die Wissenschaft verloren, sie tappen im Dunkeln, so wie Seidenwürmer ihre Kokons spinnen: wer sehen kann, mag hinterher ihr schönes Oval bewundern, aber sie selbst wissen nichts davon.“
Schlegel, Karl Wilhelm Friedrich von (1772-1829), deutscher Kulturphilosoph, Schriftsteller, Literatur- und Kunstkritiker, Historiker und Altphilologe, gilt zusammen mit seinem Bruder August Wilhelm von Schlegel als Begründer der Romantik, in: Kritische Fragmente: „Je mehr man schon weiß, je mehr hat man noch zu lernen. Mit dem Wissen nimmt das Nichtwissen in gleichem Grade zu, oder vielmehr das Wissen des Nichtwissens.“
Schnitzler, Arthur (1862-1931), österreichischer Erzähler und Dramatiker, gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der Wiener Moderne, in: Aphorismen: „Das was, respektive das, worüber wir etwas wissen, macht gewiss nur einen geringen Teil aus von dem, worüber wir nichts wissen und worüber wir zum größten Teil niemals etwas wissen werden. Aber darum auch das geringe Wissen, das wir uns im Laufe der Jahrhunderte erworben anzuzweifeln, zu verhöhnen oder geradezu aus der Welt zu leugnen, ist gegen jede Vernunft. Leugnet man auch die - meinetwegen relativen - Erkenntnisse, die uns aus dem Gebrauch unserer Sinne und unseres Verstandes erwachsen, so ist es besser, jedes Forschen, ja jede Diskussion ein für alle Mal zu unterlassen.“
Schnitzler, Arthur (1862-1931), österreichischer Erzähler und Dramatiker, gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der Wiener Moderne, in: Aphorismen: „Es gibt keine neuen Wahrheiten auf Erden; und gerade in diesen kleinen Sätzen dachtest du sie zu finden?“
Schnitzler, Arthur (1862-1931), österreichischer Erzähler und Dramatiker, gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der Wiener Moderne, in: Aphorismen: „Nur Richtung ist Realität, das Ziel ist immer eine Fiktion, auch das erreichte - und dieses oft ganz besonders.“
Schnitzler, Arthur (1862-1931), österreichischer Erzähler und Dramatiker, gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der Wiener Moderne, in: Aphorismen: „Schmerzlicher, als dass wir niemals die Wahrheit zu hören bekommen, ist, dass wir sie auch beim besten Willen niemals aussprechen können. Denn was wir auch sagen, der andere hört die Wahrheit nicht, die wir ihm vermitteln wollten. Was von unseren Lippen kam und was in des anderen Seele dringt, ist niemals das gleiche. Es ist schon im nächsten Augenblick nicht dasselbe mehr: [...] es kommt darauf an, was der andere hören wollte, wie er zu dir steht und so weiter. Und die Wahrheit um ihrer selbst willen ist kein Wert, so wenig wie ein Geldstück in einem Land, wo es keinen Kurs hat.“
Schnitzler, Arthur (1862-1931), österreichischer Erzähler und Dramatiker, gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der Wiener Moderne, in: Aphorismen: „Was wir Illusion nennen, ist entweder Wahn, Irrtum oder Selbstbetrug - wenn sie nicht eine höhere Wirklichkeit bedeutet, die als solche anzuerkennen wir zu bescheiden, zu skeptisch oder zu zaghaft sind.“
Schnitzler, Arthur (1862-1931), österreichischer Erzähler und Dramatiker, gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der Wiener Moderne, in: Aphorismen und Betrachtungen: „Alle Spekulation, vielleicht alles Philosophieren, ist nur ein Denken in Spiralen; wir kommen wohl höher, aber nicht eigentlich weiter. Und dem Zentrum der Welt bleiben wir immer gleich fern.“
Schopenhauer, Arthur (1788-1860), bedeutender deutscher Philosoph, in: Die Welt als Wille und Vorstellung, 1819, Bd. I, 4. Buch: „Das ganze Wesen der Welt abstrakt, allgemein und deutlich in Begriffen zu wiederholen, und es so als reflektiertes Abbild in bleibenden und stets bereitliegenden Begriffen der Vernunft niederzulegen: dieses und nichts anderes ist Philosophie.“
Schopenhauer, Arthur (1788-1860), bedeutender deutscher Philosoph, in: Die Welt als Wille und Vorstellung, Band I, Kapitel 10, Paragraph 8: „Obwohl oft gesagt worden, dass man der Wahrheit nachspüren soll, auch wo kein Nutzen von ihr abzusehen, weil dieser mittelbar sein und hervortreten kann, wo man ihn nicht erwartet; so finde ich hier doch noch hinzuzusetzen, dass man auch ebenso sehr bestrebt sein soll, jeden Irrtum aufzudecken und auszurotten, auch wo kein Schaden von ihm abzusehen, weil auch dieser sehr mittelbar sein und einst hervortreten kann, wo man ihn nicht erwartet: Denn jeder Irrtum trägt ein Gift in seinem Innern. Ist es der Geist, ist es die Erkenntnis, welche den Menschen zum Herrn der Erde macht; so gibt es keine unschädlichen Irrtümer, noch weniger ehrwürdige, heilige Irrtümer. Und zum Trost derer, welche dem edlen und so schweren Kampf gegen den Irrtum, in irgend einer Art und Angelegenheit, Kraft und Leben widmen, kann ich mich nicht entbrechen, hier hinzuzusetzen, dass zwar so lange, als die Wahrheit noch nicht dasteht, der Irrtum sein Spiel treiben kann, wie Eulen und Fledermäuse in der Nacht: aber eher mag man erwarten, dass Eulen und Fledermäuse die Sonne zurück in den Osten scheuchen werden, als dass die erkannte und deutlich und vollständig ausgesprochene Wahrheit wieder verdrängt werde, damit der alte Irrtum seinen breiten Platz nochmals ungestört einnehme. Das ist die Kraft der Wahrheit, deren Sieg schwer und mühsam, aber dafür, wenn einmal errungen, ihr nicht mehr zu entreißen ist.“
Schopenhauer, Arthur (1788-1860), bedeutender deutscher Philosoph, in: Die Welt als Wille und Vorstellung: „Das unaussprechlich Innige aller Musik, vermöge dessen sie als ein so ganz vertrautes und doch ewig fernes Paradies an uns vorüberzieht, so ganz verständlich und doch so unerklärlich ist, beruht darauf, dass sie alle Regungen unseres innersten Wesens wiedergibt, aber ganz ohne die Wirklichkeit und fern von ihrer Qual.“
Schopenhauer, Arthur (1788-1860), bedeutender deutscher Philosoph: „Daß uns der Anblick der Tiere so ergötzt, beruht hauptsächlich darauf, daß es uns freut, unser eigenes Wesen so vereinfacht vor uns zu sehn.“
Schopenhauer, Arthur (1788-1860), bedeutender deutscher Philosoph: „Die eigene Erfahrung hat den Vorteil völliger Gewißheit.“
Schopenhauer, Arthur (1788-1860), bedeutender deutscher Philosoph: „Wie die reichste Bibliothek, wenn ungeordnet, nicht so viel Nutzen schafft, wie eine kleine, aber wohlgeordnete, ebenso ist die größte Menge von Kenntnissen, wenn nicht eigenes Denken sie verarbeitet hat, weniger wert als eine geringere, die vielfältig durchdacht wurde.“
Schopenhauer, Arthur (1788-1860), bedeutender deutscher Philosoph: „Zwei so verschiedenen Herren wie der Welt und der Wahrheit, die nichts als die Anfangsbuchstaben gemein haben, läßt sich zugleich nicht dienen.“
Schopenhauer, Arthur (1788-1860), deutscher Philosoph, in: Die Welt als Wille und Vorstellung II, 1, 6: „Den individuellen Irrtum muss, wer ihn hegt, einmal büßen und oft teuer bezahlen. Dasselbe wird im Großen von gemeinsamen Irrtümern ganzer Völker gelten. Daher kann nicht zu oft wiederholt werden, dass jeder Irrtum, wo man ihn auch antreffe, als ein Feind der Menschheit zu verfolgen und auszurotten ist und dass es keine privilegierten oder sanktionierten Irrtümer geben kann.“
Schopenhauer, Arthur (1788-1860), deutscher Philosoph, in: Über die Grundlage der Moral: „Die einzige Welt, welche jeder wirklich kennt und von der er weiß, trägt er in sich, als seine Vorstellung, und ist daher das Zentrum derselben. Deshalb eben ist jeder sich Alles in Allem; er findet sich als den Inhaber der Realität und nichts wichtiger kann ihm sein, als er selbst.“
Schopenhauer, Arthur (1788-1860), deutscher Philosoph, in „Aphorismen zur Lebensweisheit V 29: „Wer erwartet, dass in der Welt die Teufel mit Hörnern und die Narren mit Schellen einhergehen, wird stets ihre Beute oder ihr Spiel sein.“
Schopenhauer, Arthur (1788-1860), deutscher Philosoph: „Ein jedes Problem durchläuft bis zu seiner Anerkennung drei Stufen: In der ersten wird es lächerlich gemacht, in der zweiten bekämpft, in der dritten gilt es als selbstverständlich.“
Scorell, Alf, deutscher Autor, Aphoristiker, in: „Die Schotenplantage“: „Mancher versteht dreimal so viel über seine Arbeit zu reden, wie über sie zu sagen wäre.“
Scorell, Alf, deutscher Autor, Aphoristiker, in: „Kurz und grob“: „Mancher hat viel damit zu tun, so zu tun, als ob er viel zu tun hätte.“
Seneca (Lucius Annaeus Seneca, um 4 v. Chr. - Freitod 65 n. Chr.), römischer Staatsmann, Naturforscher, Dramatiker, Philosoph und Stoiker, in: Vom glückseligen Leben: „Vor allem denke immer daran, den Dingen ihr Beängstigendes zu nehmen und darauf zu sehen, was in Wahrheit an ihnen ist; Du wirst erkennen, dass ihnen selbst nichts Beängstigendes innewohnt, sondern dass unsere Furcht allein es ist, welche sie beängstigend macht.“
Seneca (Lucius Annaeus Seneca, um 4 v. Chr. - Freitod 65 n. Chr.), römischer Staatsmann, Naturforscher, Dramatiker, Philosoph und Stoiker, in: Vom glückseligen Leben: „Wer sich zu den Wissenschaften zurückzieht, der entgeht allem Lebensüberdrusse und wird nicht aus Ekel am Tageslicht die Nacht herbeiwünschen.“
Seneca (Lucius Annaeus Seneca, um 4 v. Chr. - Freitod 65 n. Chr.), römischer Staatsmann, Naturforscher, Dramatiker, Philosoph und Stoiker: „Errare humanum est; in errore perseverare stultum. - Irren ist menschlich; im Irrtum aufgrund eigenen Entschlusses beharren dumm, teuflisch, schlechthin böse.“
Shakespeare, William (1564-1616) englischer Dramatiker, Lyriker und Schauspieler, in: Hamlet II, 2, Hamlet zu Polonius: „Ja, Herr, ehrlich sein heißt, wie es in dieser Welt hergeht:/ Ein Auserwählter unter Zehntausenden sein.“
Shakespeare, William (1564-1616) englischer Dramatiker, Lyriker und Schauspieler, in: Julius Cäsar III, 1, Brutus: „Wir wissen, daß wir sterben werden. / Frist und Zeitgewinn nur ist der Menschen Trachten.“
Shaw, George Bernard (1856-1950), irisch-britischer Dramatiker, Politiker, Satiriker, Musikkritiker, Pazifist, Vordenker vieler nationaler und internationaler Sozialisten und grandioser Verfechter der Eugenik um durch staatlich-erzieherische Maßnahmen Erbanlagen und menschliche Befähigungen zu verbessern; Literaturnobelpreis 1925: „Halte dich sauber und hell: Du bist das Fenster, durch das du die Welt sehen musst!
Shaw, George Bernard (1856-1950), irisch-britischer Dramatiker, Politiker, Satiriker, Musikkritiker, Pazifist, Vordenker vieler nationaler und internationaler Sozialisten und grandioser Verfechter der Eugenik um durch staatlich-erzieherische Maßnahmen Erbanlagen und menschliche Befähigungen zu verbessern; Literaturnobelpreis 1925: „Ihr seht und sagt: Warum? Aber ich träume und sage: warum nicht?“
Silesius, Angelus (1624-1677), schlesischer Arzt, Priester und Dichter, in: Der Cherubinische Wandersmann: „Mensch, steig’ nicht allzu hoch, bild’ dir nichts übriges ein!/ Die schönste Weisheit ist: Nicht gar zu weise sein.“
Sirius: „Wir haben ‚Ideen‘ von den Dingen – und setzen diese inneren Überzeugungen als Maßstab.“
Sokrates (469-399 v. Chr.), griechischer Philosoph, der das abendländische Denken bestimmend mitprägte… beim Gang über den Markt: „Wie zahlreich sind doch der Dinge, derer ich nicht bedarf.“
Sokrates zuerst zugeschrieben: „Siegen macht dumm.“
Sophokles (496-406/405 v. Chr.), griechischer Dichter, in: Ajax 550: „Das angenehmste Leben führen die, die nichts denken.“
Sophokles (496-406/405 v. Chr.), griechischer Dichter, in: Ödipus in Kolonos 1022: „Durch Betrug erlistet ist noch nicht gewonnen.“
Spiecker, Stefan: „Brücken zwischen Menschen zu bauen wird erst dann notwendig, wenn die Verbundenheit verloren gegangen ist. Wie schön wäre es, wenn wir keine Brücken mehr bauen müssten.“
Spinoza, Baruch de (1632-1677), jüdischer niederländischer Philosoph: „Der höchste Stolz und der höchste Kleinmut ist die höchste Unkenntnis seiner selbst.“
Spitzweg, Franz Carl (1808-1885), Apotheker, deutscher Maler und Aphoristiker: „Und wird die Welt auch noch so alt,/ der Mensch er bleibt ein Kind!/ Zerschlägt sein Spielzeug mit Gewalt,/ wie eben Kinder sind!
Sprichwort, Kanadisches: „Auf der Universität des Lebens gibt es keinen Abschluss.“
Sprichwort: „Das Wahre währt.“
Sprichwort aus Angola: „Verlache den kleinen Kern nicht, eines Tages wird er eine Palme sein.“
Sprichwort aus Angola: „Viele kleine Leute, die in vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, können die Welt verändern.“
Staeck, Klaus (*1938), deutscher Grafiker, Verleger, Kolumnist: „Für mich ist finanzielle Unabhängigkeit die wirkliche Unabhängigkeit; alles andere ist Gerede.“
Staedtler, Gustav: „Ohne Wahrheit ist und bleibt man der ewige Verlierer. Wer die Wahrheit hasst, der ist verflucht.“
Strauß, Ludwig (1892-1953), deutscher Schriftsteller und Literaturwissenschaftler jüdischer Herkunft: „Etwas vergessen kann heißen: Es verlieren. Aber auch: Es so völlig sich aneignen, daß es mit dem eigenen Sein ununterscheidbar eins wird.“
Tagore, Rabindranath (1861-1941), indisch-bengalischer Dichter und Philosoph, Nobelpreis für Literatur 1913, in: Sadhana, Die Verwirklichung der Schönheit: „>Schönheit ist Wahrheit, Wahrheit ist Schön­heit< ...“ (Im Ordner ‚Bewusstsein-Spiritualität‘ findet sich das berühmte Buch Tagores „Sadhana“ vollständig.)
Tagore, Rabindranath (1861-1941), indisch-bengalischer Dichter und Philosoph, Nobelpreis für Literatur 1913: „Die Armut bringt uns in die engste Berührung mit dem Leben und der Welt; denn als Reicher leben, heißt meistens durch Stellvertreter leben und infolgedessen in einer Welt von geringer Wirklichkeit.“
Tagore, Rabindranath (1861-1941), indisch-bengalischer Dichter und Philosoph, Nobelpreis für Literatur 1913: „Ein Verstand, der nur Logik ist, ist wie ein Messer, das nur Klinge ist: Die Hand wird blutig beim Gebrauch.“
Tagore, Rabindranath (1861-1941), indisch-bengalischer Dichter und Philosoph, Nobelpreis für Literatur 1913: „Gib mir die Kraft, die Armen nie zu verleugnen und meine Knie vor frecher Macht nicht zu beugen.“
Tarkowski, Andrei Arsenjewitsch (1932-1986), russischer Filmemacher: „Den größten Fehler begeht, wer andere lehren will, ohne selbst bereit zu sein, zu lernen.“
Thiersch, Heinrich Wilhelm Josias (1817-1885), deutscher evangelischer Theologe und Kirchendiener: „Auf Kinder wirkt das Vorbild, nicht die Kritik.“
Thurber, James Grover (1894-1961), US-amerikanischer Schriftsteller und Zeichner: „Eine Prise Wahrscheinlichkeit ist soviel wert wie ein Pfund Vielleicht.“
Tolstoi, Lew Nikolajewitsch Graf (1828-1910, nach gregorianischem Kalender), russischer Nationaldichter und Schriftsteller: „Jeder Mensch hat die Keime aller menschlichen Eigenschaften in sich. Manchmal kommen die einen zum Vorschein, manchmal die anderen.“
Tschechow, Anton Pawlowitsch (1860-1904), russischer Schriftsteller, Novellist, Dramatiker und Arzt, gilt als einer der bedeutendsten Autoren russischer Literatur, publizierte über 600 Werke, in einem Brief an Alexej S. Suworin am 7. Mai 1889: „Die Wesen höherer Ordnung, die denkenden Menschen sind gleichfalls notwendig Materialisten. Sie suchen die Wahrheit in der Materie, denn anderswo können sie sie nicht suchen, da sie einzig und allein die Materie sehen, hören und fühlen. Sie können die Wahrheit nur dort suchen, wo sie sich der Mikroskope, Sonden und Messer bedienen ... Dem Menschen die materialistische Richtung zu verbieten ist gleichbedeutend mit dem Verbot, die Wahrheit zu suchen. Außerhalb der Materie gibt es keine Erfahrung, kein Wissen und folglich auch keine Wahrheit.“
Tschechow, Anton Pawlowitsch (1860-1904), russischer Schriftsteller und Arzt: „Bis zu meinem letzten Atemzug werde ich fest glauben, daß die Wissenschaft das Wichtigste, das Schönste und das Notwendigste im menschlichen Leben, daß sie die höchste Offenbarung der Liebe ist.“
Tucholsky, Kurt (1890-1935), deutscher Journalist und Schriftsteller, schrieb auch unter den Pseudonymen Kaspar Hauser, Peter Panter, Theobald Tiger, Ignatz Wrobel, in: Schnipsel, rororo-Taschenbuch, 1985, Seite 138: „Kein Resultat, kein Ziel auf der Erde wird nach dem logisch geführten Beweis ex argumentis gewonnen. Überall steht das Ziel, gefühlsmäßig geliebt, vorher fest, die Argumente folgen, als Entschuldigung für den Geist, als Gesellschaftsspiel für den Intellekt. Noch niemals hat einer den andern mit Gründen überzeugt. Hier steht Wille gegen Willen...“
Turrini, Peter (*1944), österreichischer Schriftsteller: „Es ist schwer, die Wahrheit zu sagen, wenn man gelernt hat, mit Freundlichkeit zu überleben.“
Twain, Mark (1835-1910), US-amerikanischer Schriftsteller: „Im Zweifelsfalle sprich die Wahrheit.“
Twain, Mark (1835-1910), US-amerikanischer Schriftsteller: „Nur wenige Menschen wissen, wie viel man wissen muss, um zu wissen, wie wenig man weiß.“
Varè, Daniele (1880-1956), italienischer Diplomat und Schriftsteller, dessen literarisches Werk von der chinesischen Geschichte und Kultur inspiriert worden war, der aber auch der Kolonialisierung und faschistischen Ideologie unterstützend gegenüberstand: „Wer viel sehen will, braucht nur ein Auge zuzudrücken.“
Vauvenargues, Luc de Clapier Marquis (1715-1747), französischer Philosoph, Moralist und Schriftsteller, in: Nachgelassene Maximen (Unterdrückte Maximen): „Die Verzweiflung ist der größte unserer Irrtümer.“
Vauvenargues, Luc de Clapier Marquis (1715-1747), französischer Philosoph, Moralist und Schriftsteller, in: Reflexionen und Maximen: „Die Leute haben eine Art von Bildung. Das heißt, sie wissen genug von allen Dingen, um darüber verkehrt reden zu können.“
Vauvenargues, Luc de Clapier Marquis (1715-1747), französischer Philosoph, Moralist und Schriftsteller: „Die Vernunft täuscht uns öfter als die Natur.“
Vauvenargues, Luc de Clapier Marquis (1715-1747), französischer Philosoph, Moralist und Schriftsteller: „Es dürfte keine Irrtümer geben, die, klar ausgedrückt, nicht von selbst zergingen.“
Vauvenargues, Luc de Clapier Marquis (1715-1747), französischer Philosoph, Moralist und Schriftsteller: „Man darf die Menschen nicht nach dem beurteilen, was sie nicht wissen, sondern nach dem, was sie wissen und wie sie es wissen.“
Vinci, Leonardo da (1452-1519), italienischer Maler, Bildhauer, Architekt, Anatom, Mechaniker, Ingenieur, Naturphilosoph, gilt als einer der berühmtesten Universalgelehrten aller Zeiten: „Die Dummheit schützt vor Schande, gleichwie die Dreistigkeit vor Armut.“
Virtue, Doreen (*1958), US-amerikanische Autorin: „Weisheit ist das Resultat von Innehalten und Lauschen, nicht von hektischer Eile.“
Voltaire (François-Marie Arouet, 1694-1778), einer der bedeutendsten Autoren der französischen und europäischen Aufklärung: „In einer irrsinnigen Welt vernünftig sein zu wollen, ist schon wieder ein Irrsinn für sich.“
Waggerl, Karl Heinrich (Karl Waggerl, 1897-1973), gehört als österreichischer Schriftsteller mit Übersetzungen seiner Werke in mehr als ein Dutzend Sprachen zu den meistgelesenen Autoren des 20. Jahrhunderts, in: Kleine Münze: „Man irrt so hartnäckig, weil man selten gänzlich irrt.“
Walser, Robert (1878-1956), Schweizer Schriftsteller: „Wären wir ruhiger, langsamer, so ginge es schneller mit unseren Angelegenheiten voran.“
Weber, Karl Julius (auch Carl Julius Weber, 1767-1832), deutscher Schriftsteller und bedeutender Satiriker, Jurist, Privatgelehrter, in: Demokritos, Rede in die zweiunddreißig Winde an Jünglinge und meine Zeit: „Die schönste Rede, die man in unseren Zeiten halten kann, wäre: Über die Kunst, zu Hause zu bleiben.“
Wecker, Konstantin Alexander (*1947), deutscher Liedermacher, Komponist, Autor, Schauspieler: „Chaos ist die Ordnung, die wir nicht verstehen.“
Wehner, Theo, Professor für Arbeits- und Organisationspsychologie: „Umwege erhöhen die Ortskenntnis.“
Weizsäcker, Carl Friedrich von (1912-2007), deutscher Physiker, Philosoph und Friedensforscher, in: Der Mensch in seiner Geschichte: „Die Welt nötigt uns zur Angst. Angst ist nicht eine Schwäche des Urteils, sondern sie ist eine zutreffende Erkenntnis.“
Wied, Elisabeth Pauline Ottilie Louise zu (Pseudonym: Carmen Silva, 1843-1916), Königin von Rumänien, Schriftstellerin, Poetin, Übersetzerin: „Die Dummheit drängt sich vor, um gesehen zu werden; die Klugheit tritt zurück, um zu sehen.“
Wilde, Oscar (1854-1900), irischer Schriftsteller, in: Aphorismen: „Religionen sterben, wenn sie sich als wahr erweisen. Die Wissenschaft ist das Archiv toter Religionen.“
Wilde, Oscar (1854-1900), irischer Schriftsteller: „Das wahre Geheimnis der Welt ist das Sichtbare, nicht das Unsichtbare.“
Wilde, Oscar (1854-1900), irischer Schriftsteller: „Dein Erfolg enthält immer etwas, das selbst deinen besten Freunden missfällt.“
Wilde, Oscar (1854-1900), irischer Schriftsteller: „Eine Idee wird darum nicht wahr, weil jemand sich dafür geopfert hat.“
Wilde, Oscar (1854-1900), irischer Schriftsteller: „Erfahrung ist der Name, den die Menschen ihren Irrtümern geben.“
Wilde, Oscar (1854-1900), irischer Schriftsteller: „Fragen sind nie indiskret. Antworten sind es manchmal.“
Wilde, Oscar (1854-1900), irischer Schriftsteller: „Reisen veredelt den Geist und räumt mit unseren Vorurteilen auf.“
Wittgenstein, Ludwig (1889-1951), österreichisch-britischer Philosoph, in: Vermischte Bemerkungen, 1948, Band 8: „Nur wenn man noch viel verrückter denkt, als die Philosophen, kann man ihre Probleme lösen.“
Wolf, Christa (1929-2011), deutsche Schriftstellerin, die zu den bedeutendsten ihrer Zeit zählt: „Die Voraussetzung, andere zu beurteilen, ist die tiefe und vertiefte Erkenntnis seiner selbst, mit allen Abgründen.“
Zen-Weisheit: „Erfahrung ist wie eine Laterne im Rücken; sie beleuchtet stets nur das Stück Weg, das wir hinter uns haben.“
Zen-Weisheit: „Wenn du verstehst, dass andere anders sind als du, dann beginnst du weise zu werden.“
Zhuangzi (auch geschrieben: Chuang Tzu, Tschuang Tze oder auch Dschuang Dsi, um 365-290 v. Chr.), chinesischer Philosoph und Dichter. Berühmt von ihm wurde „Das wahre Buch vom südlichen Blütenland“, durch Richard Wilhelm, dem deutschen Sinologen, Theologen und Missionar 1912 ins Deutsche übertragen und erläutert: „Wer sich an die Weisheit des Herzens hält und sie als Autorität anerkennt, braucht keine anderen Autoritäten.“
Zschokke, Johann Heinrich Daniel (auch: Johann von Magdeburg oder: Johann Heinrich David Zschokke, 1771-1848), deutscher Schriftsteller und Pädagoge, liberaler Volksaufklärer: „Es gehört zu den alltäglichen Täuschungen, die Stunden der Vergangenheit und Zukunft reizender zu finden als die Gegenwart.“