Archiv Stiftung Werkvermächtnisse
„Der bestirnte Himmel über mir …“ ist der Mikrokosmos.
Ihr versucht, Ihn unter Euere Mikroskope zu legen:
... und ‚Gott‘ lächelt sanft über solche Einfalt! -
Alles ist Geist.
[*]Konstantin Georgijewitsch Paustowski (1892-1968), russischer Schriftsteller und Journalist, in: Die goldene Rose, Gedanken über die Arbeit des Schriftstellers, Die Inschrift auf dem Findling, 1956: „Es läßt sich schwer ein Beispiel größerer Selbstentsagung im Namen der Kunst finden als das Leben van Goghs. Sein Traum war, in Frankreich eine >Malerbruderschaft< zu gründen, eine Art Kommune, in der nichts die Maler vom Dienst an der Malerei ablenken sollte. / Van Gogh hat viel gelitten. In seinen >Kartoffelessern< und dem >Anstaltshof< ist er in die tiefsten Tiefen der menschlichen Verzweiflung hinabgestiegen. Er sah die Aufgabe des Künstlers darin, den Leiden mit seiner ganzen Kraft, mit seinem ganzen Talent entgegenzutreten. / ... Er war bettelarm, stolz und unpraktisch. Er teilte das letzte Stück Brot mit dem Obdachlosen und wußte aus eigener, leiblicher Erfahrung, was soziale Ungerechtigkeit ist. Er machte sich nichts aus billigem Erfolg. / Gewiß, er war kein Kämpfer. Sein Heroismus bestand in dem tiefen, unerschütterlichen Glauben an eine schöne Zukunft der tätigen Menschen – der Landleute und der Arbeiter, der Dichter und der Gelehrten. Er konnte kein Kämpfer sein, aber er wollte zu den Schätzen der Zukunft das Seine beitragen – seine Gemälde, die die Erde besingen. Und er hat es geschafft.“